von Weißenbach

(v. Weißbach)

Stammsitz Weißbach, sw. Schmölln


New Wapenbuch 1605

Seite 161, Nr. 10

Theatrum Saxonicum 1608

I, 111

Genealogisch-Historisches Adels-Lexicon

1. Teil, Spalten 1860, 1865

Medings Nachrichten von adelichen Wapen

Nr. 943

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser

1857-1942

Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meissnischen Adels

Seite 346


»Weißenbach.  Lutherisch und katholisch. - Obersächsischer Uradel, der mit Conradus de Wizzenbach 7. Sept. 1271 urkundlich (sächs. Haupt-Staatsarchiv in Dresden) zuerst erscheint.  Die Namensform wechselte zwischen Weißbach, Wissenbach, Weyssenbach und Weissenbach. - Reichs-Erb-(Vier-)Ritter Wiener Neustadt 20. März 1506 bzw. Augsburg 10. März 1510 (für die Brüder Otto und Hans von Weißenbach); Königl. sächsische Berechtigung zur Führung des Freiherrentitels Dresden 21. Febr. 1853 (für Adolf von Weißenbach). - W. (Stammwappen): In Silber ein vorwärts-gekehrter schwarzer Büffelkopf, aus dessen Ohren Feuerflammen schlagen.  Auf dem Helme mit schwarz-silbernen Decken 2 von Schwarz und Silber übereck-geteilte Büffelhörner.«  (S. 604, Gotha. Genealog. Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, Teil A, 92. Jg. 1942)

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»Weisbach, Weissenbach.  Jm silbernen Felde einen schwarzen vorwärtsgekehrten Büffelskopf mit schwarzen Hörnern, nach der Linken ausgeschlagener rothen Zunge, und aus den Ohren hervorgehenden, roth und goldenen Feuerflammen.  Auf dem Helm zwey Büffelshörner, übereck schwarz und silbern getheilt.  Helmdecken silbern und schwarz.  Sächsisch.  Stammbaum; Petschaft; Fürstens W. B. 1. Th. 161. n. 10.«  (Nr. 943, Nachrichten von adelichen Wapen, 1786)

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»Gar ein altes ansehnliches Geschlecht, so auch wegen jhrer Tugenden vnd Thaten, den Erb Ritterstand des heiligen Römischen Reichs, vff jhr Geschlecht gebracht, auch sonsten wegen jhrer Erfahrung, weiten vnd vielen Reisens, vnd vorneme Dienste, die sie bey den fürnembsten Potentaten verwaltet, hoch berühmbt.

Der elteste aber in dieser Familia wird Hans von Weißbach, in libro Trojaminum Rixeneri genant, vnd daß er Anno 908. vffm ersten Thurnier zu Merseburg gehalten, gewesen, vnd sich ritterlichen sehen lassen, von deme denn die volle Genealogia, so ich bey mir habe, anzufahen.

Vnter andern dieses Stambs wird einer, vnd Heinrich Leonis Sohn, so vmb das Jahr Christi 1246. gelebet, in scriptis dergestalt celebrirt, daß er ein trefflicher streitbarer Held, vnd sich in vielen ausländischen Zügen, vnd besondern in den Preussischen Anno 1237. denn auch in den Märckischen, so wol in den Hessischen vnd Braunschweigischen Anno 1263. ritterlichen gebrauchen lassen, vnd aller örter hohen Befehlich verdienet, auch die Häuser Kremitzschaw, Thoren, Weissenbach vnd Schönfeld, Jtem Nobditz, vnd Steinbrück, an seinen Stam gebracht, vnd vorerbet, Dessen Sohn Hans, vnd Nepos Heinrich, beyde Vater vnd Sohn den Ritterstand, wegen jhrer fürnemen ritterlichen Thaten, vnter Heinrico Munifico Marggraffen erlangt, Vnd zwar wenn ich dieses Geschlecht vnd eines jedern rühmliche Helden Thaten von Anfang hero erzelen, vnd ausführig machen solte, ich allein von dieser Familia ein ziemlich Buch zu beschreiben.

Vor weniger vnserer Zeit ist im Stifft Meyssen einer vnd Johann von Weissenbach Ottonis Sohn zum Bischoff creirt, vnd Doctor Juris worden, ein trefflicher, ansehnlicher gelerter Herr, vnd welcher von den Fürsten von Sachsen, Ernesto vnd Alberto hoch respectiret worden, derer vnd des Ertzbischoffs zu Magdeburg, als auch des Böhmischen Königes Georgij Bodibracij Raht vnd Orator gewesen, hat im Stifft grossen Nutz geschafft, die Gebäwde aller örter erhoben, vnd die Häuser mit Vorraht wol versehen, Dessen Bruder Hermannus, der Fürsten von Sachsen vornemer Raht, vnd Oberhäuptman des Francken vnd Voigtlandes gewesen, welcher drey Söhne verlassen, Vnter andern Herr Otten, so als ein fürtrefflicher mänlicher Held, vnd daß er sich von Jugend auff in Heerzügen finden lassen, vnd vberall grosses Lob eingelegt, Jtem Keyser Maximiliano I. vor einen Obersten wider die Venediger rühmlichen gedienet, Jnmassen er denn im selben Zuge zu Vincents in Jtalia verstorben, den Erb Ritterstand des heiligen Römischen Reichs, so jhme vom Keyser selbsten, nach derer von Meldingen Abgang auffgetragen, vnd daruor durch fünff Herolden vffm Reichstag zu Augspurg publicirt vnd proclamirt worden, so auch biß zu vnserer Zeit, bey diesem Geschlechte erhalten, vnd zwar nicht eine geringe Dignitas vnd Herrnstandes ist.

Jetzo ist in dieser Familia beruffen, Jochim von Weißbach, Herr Wolffen Erb Ritters Sohn, Churfürstlicher Sächsischer Heuptmann zu Kalckreuth, ein frommer ansehnlicher Mann, Jtem Hans Herman, Hans vnd Wolff Gebrüdere vff Krimnitzsch, Herckstedt, vnd Thoren.

Vnd zwar wenn man die Genealogiam dieser hohen Familia durchsihet, befindet sich, daß in keinem adelichen Meyßnischen Geschlechte, so viel Ritterstandes Personen, als in dieser zu erzelen, so warlichen auch rühmens werth ist.

Vnd ob wol dieses Geschlechte, wie der gemeine Welt Lauff ist, in etwas auch gefallen, vnd sie von jhren ansehnlichen Gütern kommen, ist doch solches nochmals, biß vff diese Stunde bey jhrem Ansehen erhalten.«  (p. 111, Theatrum Saxonicum, 1. Theil, 1608)


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