von Wangenheim

Stammsitz Wangenheim, n. Gotha


New Wapenbuch 1605

Seite 148, Nr. 5

Theatrum Saxonicum 1608

I, 304

Genealogisch-Historisches Adels-Lexicon

1. Teil, Spalte 1833

Medings Nachrichten von adelichen Wapen

Nr. 932

Historisches Taschenbuch des Adels im Königreich Hannover, 1840

Seite 290

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser

1878-1942

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser

1846-1861

Siebmacher’s großes Wappenbuch

III, 1. Abt. Seite 31

Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon

IX, 473

Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meissnischen Adels

Seite 343

Genealogisches Handbuch des Adels

Bände 13, 37, 74, 120, 134


»Wangenheim.  Lutherisch. - Thüringischer Uradel, der mit Bertohus de Wangenheim 1170 urkundlich (Wenk, Hess. Landesgesch. III, Urk.-Buch LXXX, S. 77) zuerst erscheint; die Stammreihe wird auf dessen vermutlichen Vater Ludwig, 1133 zurückgeführt. - Das Geschlecht wurde 31. Aug. 1842 im Königreich Bayern bei der Freiherrenklasse immatrikuliert, durch Ministerialerlaß Gotha 7. Aug. 1855, 8. Febr. 1856 und 22. Mai 1858 im Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha, durch Ministerialerlaß Hannover 2. Aug. 1856 im Königreich Hannover als freiherrlich anerkannt sowie in das Königlich sächsische Adelsbuch unter Nr. 386 als „Deutscher Uradel und Freiherr“ im Sept. 1911 eingetragen; preußischerseits wurde laut Veröffentlichung vom 17. Jan. 1872 den 1869 in der preußischen Armee stehenden 17 Mitgliedern des Geschlechts und dem Besitzer von Neu-Lobitz mit seinen Brüdern die Führung des Freiherrentitels genehmigt. - Besitz: Das Stammgut Wangenheim, zu welchem schon seit dem 13. Jahrhundert die Herrschaft Winterstein, die Güter Hayna und Sonneborn (ehem. im Fuldaischen) und die Behringer (ehemals Treffurtschen) Güter hinzukamen, wurde erst 1395 dem Meißen-Thüringischen Regentenhause zu Lehen aufgetragen.  Im 13. Jahrhundert teilte sich das Geschlecht in zwei Stämme: Stamm Wangenheim, welcher im Laufe des vorigen Jahrhunderts seinen Besitz (ursprünglich die Hälfte der Herrschaft Wangenheim) veräußerte, und Stamm Winterstein, welcher nach Aufhebung des Lehensverbandes, mittels 24. Jan. 1870 landesherrlich bestätigten Familien-Fideikommißstatutes, sein Stammgut der Familie sichergestellt hatte.  Diesem Stammgute trat für beide Stämme das am 25. April (bestätigt 22. Mai) 1861 gestiftete Majorat Waake (226 ha; seit 1700 im Besitz der Familie) mit dem Vorwerk Neuwaake (20 ha) und Kerstlingeroderfeld (144 ha), Kr. Göttingen, hinzu.  Durch Aufhebung der Fideikommisse sind die Landgüter freier Besitz der einzelnen Familienmitglieder geworden; der Waldbesitz ist in Schutzforsten gesichert und wird in Waldgenossenschaften zusammengehalten. - W. (Stammwappen, ältestes Siegel von 1219 mit den Zwillingsbalken allein): Gespalten; rechts in Silber ein springendes rotes Windspiel, links in Gold 3 schwarze Zwillingsbalken.  Auf dem Helme mit rechts rot-silbernen, links schwarz-goldenen Decken ein hermelingestulpter roter Hut zwischen offenem, rechts roten, links silbernem Fluge.«  (S. 574, Gotha. Genealog. Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, Teil A, 92. Jg. 1942)

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»Wangenheim.  Sol vor alters ein Herrenstand gewesen seyn, vnd von den Römern jhre Ankunfft haben, inmassen dann die Thüringische Chronica melden thut, daß Anno 455. drey Gentilomen aus Rom gewichen, vnd sich in Thüringen gewendet, auch allda einen newen Sitz gesucht, welche hernacher sich die Nertmannen genennet, vnd bey Creutzburg niedergelassen, bey welchem dann die Herren von Wangenheim, ingleichen das Schlos Wangenheim gebawet, vnnd lange Jahr der örter gewohnet.

Anno 1327. wird eines, vnd Herr Friederich von Wangenheims, in Historien dergestalt gedacht, daß solcher als ein thätiger Held vnnd freudiger Kriegsmann, von seiner Herrschafft Landgraff Fridrichen in Thüringen, wider die zween Gebrüdere, Herr Friederich vnnd Herr Herman von Dreffurdt vnd Spangenberg, so des Landes Feinde worden, vnd viel Schaden vnd Raubens gebrauchet, geschickt worden, dieselben zu dempffen, inmassen er dann solchen Befehlich mit einem solchen Ernst verrichtet, daß er nicht allein solchen neben einem von Hartenberg vnd anderm Adel gefangen genommen, besondern auch im Lande allenthalben ein gute Sicherheit gemacht, damals jhm die drey vorneme Dörffer, damit sich die Gebrüdere von Dreffurdt gelöset, als grosse Beringen, Oster vnd Wölffs Väringen, von der Herrschafft zur Belohnung geschenckt, derer sie sich nachmals gebrauchen thun.

Dieser Friederich von Wangenheim ist bey Landgraff Friedrichen dem Ernsten, Keysers Ludovici Eidam in solchen Gnaden vnd Ansehen gewesen, daß da solchem vom König in Engelland Eduarden dem Sechsten, dem ermelter Landgraff in zweyen Zügen wider die Frantzosen gedienet, den Ritterstand angetragen, er wol solches allerding nicht abschlagen, jedoch vorgewendet, er solche Ehr von keinem andern gewertig seyn wolle, als von einem solchen Mann, der sich sein lebetag für keinem Feind gefürchtet hette.  Als aber der König nach einem solchen gefraget, habe der Landgraff seinen trewen Heuptmann vnd Diener, Friederich von Wangenheim, mit Vergünstigung des Königes zu sich gefordert, vnd deme diß Zeugnis öffentlich gegeben, daß er an demselben ein solch tapffer vnd vnerschrocken Gemüth erfahren, vnd darauff gebeten, wo er jhn dieser Ehre wirdigen wolte, möchte er am liebsten von jhm zu Ritter geschlagen werden, welches denn alsbald aus Befehl des Königes beschehen.  Es hat auch solch Vrteil vnnd Zeugnis eines Fürsten von seinem trewen Diener dem König sehr wolgefallen, wie dann solch Spectackel jhnen beyden rühmlich, vnd dem gantzen Heer eine Lust vnd Freude zu sehen.«  (p. 304, Theatrum Saxonicum, 1. Theil, 1608)


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