die von Vultejus (1630)

(v. Vultée)


»v. Vultejus / v. Vultée.  Ref. u. ev.  Das Geschlecht stammt aus Wetter (Kr. Marburg an der Lahn) und findet dort seine erste Erwähnung 1404 mit Ludwig Wille, Deutschordenspächter bei Wetter.  Sein Enkel Johannes (Henne) Will († 1514) war von 1461-1501 Schöffe in Wetter.  Dessen Enkel, Johannes Will († 1509), wird im Jahre 1462 in den Matrikeln der Universität Erfurt als Scholast erwähnt wird und später - als Schöffe von Wetter - im Jahr 1504 das Fischwasser d. Lahn b. Hilmarshausen erwirbt.  1502 war er der einzige Namensträger in Wetter - lt. "Hausgesessenen-Verzeichnis" v. 1502.  Sein Sohn war der Schöffen und Bürgermeister von Wetter Johannes (Henne) Will (* um 1501 -  1529 ).  Dessen Sohn Justus (* 1528 - † 1575 ), Magister, Schulrektor u. Pfarrer in Wetter, Pädagogiarch u. Prof. f. Hebräisch in Marburg, übersetzt gegen 1560 den Namen, lateinisierend, in Vultejus.

Reichsadelsstand ad personam 1624, sowie Reichsadelsstand für sich und seine Nachkommen u. Palatinat (letzteres nur für seine Person) Wien 28.12.1630 für des Letztgenannten Sohn Hermann Vultejus (* 1555 - † 1634), Prof. primarius u. d Rechte an der Univ. Marburg, Landgfl. hessen-kass. HofgerAssessor, Kaiserl. Rat - comes palatinus -, "sämtlicher Rat" der Landgrafen v. Hessen u. Vizekanzler der Univ. Marburg. - Das Diplom ging 1647 bei der Plünderung Marburgs verloren -

I. Linie - Marburg -:    - Vultejus / Vultée - Adelsbestätigung Wien 8. Okt. 1694 als rittermäß. Reichsadelsstand für Hermann v. Vultejus (* 1634 - † 1723), Landgfl. hessen-kass. Reg.-Rat u. Vizekanzler in Marburg, Herr auf Kleinensee, Dippach u. Busserode, Erbsaß auf Adorf u. Elnhausen.  Er führt seit ca. 1712 den Namen von Vultée. - erste nachweisbare Eintragung im Ehevetrag zur 2. Ehe seines ältesten Sohnes, StAM - Stammwappen (Hausmarke): Auf einem Dreieck quer eine Wolfsangel mit kreuzendem Knebelstab.  Wappen: Im Schild ein aus dem Fußrande wachsender, gold-behalsbandeter schwarzer Brackenkopf mit roter Zunge; auf dem gekrönten Helm mit Kleinod und schwarz-silbernen Decken der Brackenkopf. (in o.g. Diplom erwähnt als "ehedessen schon geführtes alt adeliches Wappen")  Die I. Linie war von 1745-1816 Mitglied der hessischen Ritterschaft.

II. Linie - Kassel -: - Vultejus - Adelsbestätigung Wien 18.9.1792 für Christian Hermann v. Vultejus (* 1747, + 1794), hess.-kass. Hauptmann, Fürstl.-waldeck. Obrist-Lieutnant i.R. eines Hofkammerrats. Wappen.: wie I. Linie.  Wahlspr.: Dominus mecum, non timebo, quid faciat mihi homo (Psalm 118, V. 6)

Literatur.: Goth. Adel. Tschb. B 1914 (Stammreihe u. ältere Genealogie), 1916, 1941 - GHdA, Adel. Häuser B 1974 / Joh. Kuchenbecker, "Vita Hermanni Vulteji" 1731 / H. J. v. Brockhusen, "Will-Vultejus-von Vultée" in "Hessenland" 11.7.1964 / Wilh. Kessler, "Haus Marktgasse 17" 1983 / Joh. Plitt, "Nachrichten von der oberhessischen Stadt Wetter und deren abstammenden Gelehrten" 1716 / Karl Wenkebach, "Zur Geschichte der Stadt, des Stifts und der Kirche zu Wetter in Hessen", 1987 / Heinrich Hofmeister, "Die Burg zu Adorf" / Karl-Heinrich Rexroth, "Kurze Chronik von Elnhausen" 1972 / Torsten G. v. Vultée, "Vultejus - von Vultée, Werdegang der Hessischen Juristen- und Diplomatenfamilie, Entwurf einer Chronik" 1995 desgl. 1999/  W. E. Kellner, "O prächtigstes Licht unserer Universität" 1955 / Strieder, "Hessische Gelehrten- und Schriftsteller-Geschichte" 1812, Band 16.« 

Torsten von Vultée, 7. 2. 2013


Siebmacher's großes Wappenbuch

II, 2. Abt. Seite 10; II, 3. Abt. Seite 53

Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland

IV, 139

Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon

IX, 423

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser

1914-1941

Genealogisches Handbuch des Adels

Bände 57, 115, 134


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