Vitzthum von Eckstädt

Stammsitz Eckstedt, nö. Erfurt


New Wapenbuch 1605

Seite 146, Nr. 3

Genealogisch-Historisches Adels-Lexicon

1. Teil, Spalte 1782; 2. Teil, Spalte 1213

Genealogische Adels-Historie (Ahnentafeln)

1. Teil, Seiten 300, 332, 526, 678, 997; 2. Teil, Seiten 95, 369, 480, 482, 540, 541; 3. Teil, Seiten 78, 707, 755, 904, 964, 1124, 1154

Medings Nachrichten von adelichen Wapen

Nrn. 905, 906

Allgemeines Genealogisches und Staats-Handbuch

64. Jahrgang, I, Seite 876

Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon

IX, 397

Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meissnischen Adels

Seite 340

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser

1911-1942

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser

1825-1942

Genealogisches Handbuch des Adels

Bände 10, 47, 77, 101, 130

Burgen, Schlösser, Gutshäuser in Sachsen

Seite 326


»Vitzthum von Eckstädt.  Evangelisch. - Thüringischer Uradel, der mit Dietrich von Abbolde, in Apolda ansässig, vom Erzbischof von Mainz mit der Oberlehnsherrlichkeit über Apolda beliehen, 9. März 1123 urkundlich (Staatsarchiv in Weimar, vgl. von Mansberg, Erbarmannschaft Wettinischer Lande, Band III, S. 181, Nr. 2) zuerst erscheint.  Sein Sohn Dietrich, urkundlich 1162-1171, wurde vicedominus (Vicedom, Viczdom, Vizdum, Vitzthum = Statthalter) des Mainzer Erzbischofs Konrad.  Das Amt verblieb den Apoldaer Schloßherren bis gegen Ende 1200, kam dann an die stammesgleichen Vitzthum von Eckstädt, die es 1342 (1352?) an das Erzstift Mainz verkauften.  In die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts fällt die Abzweigung der Vitzthum von Eckstädt, deren Name mit Batoldus vicedominus de Ekstete, Bruder des Theodoricus vicedominus de Appolde, 3. Febr. 1279 urkundlich (Staatsarchiv in Weimar) auftritt. - W.: In Gold 2 rote Pfähle, überdeckt von einem silbernen Balken.  Auf dem gekrönten Helme mit rot-goldenen Decken ein hoher, roter Spitzhut, oben mit goldenem Stern, an der Seite abwechselnd mit je 3 roten und silbernen Hahnenfedern besteckt.«  (S. 556, Gotha. Genealog. Taschenbuch der Adeligen Häuser, Teil A, 41. Jg. 1942)

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»Vitzthum von Eckstädt.  Lutherisch. - Thüringischer Uradel, der mit Dietrich von Abbolde, in Apolda ansässig, vom Erzbischof von Mainz mit der Oberlehnsherrlichkeit über Apolda beliehen, 9. März 1123 urkundlich (Staatsarchiv in Weimar, vgl. von Mansberg, Erbarmannschaft Wettinischer Lande, Band III, S. 181, Nr. 2) zuerst erscheint.  Sein Sohn Dietrich, urkundlich 1162-1171, wurde vicedominus (Vicedom, Viczdom, Vizdum, Vitzthum = Statthalter) des Mainzer Erzbischofs Konrad.  Das Amt verblieb den Apoldaer Schloßherren bis gegen Ende 1200, kam dann an die stammesgleichen Vitzthum von Eckstädt, die es 1342 (1352?) an das Erzstift Mainz verkauften.  In die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts fällt die Abzweigung der Vitzthum von Eckstädt, deren Name mit Bertoldus vicedominus de Ekstete, Bruder des Theodoricus vicedominus de Appolde, 3. Febr. 1279 urkundlich (Staatsarchiv in Weimar) auftritt. - Reichsgraf Dresden 18. Juli 1711 (im kursächs. Reichsvikariat, für Friedrich Vitzthum von Eckstedt, Königl. poln. und kursächs. Kabinettsmin., Wirklicher Geheimer Rat und Oberkämmerer). - W. (1711): Geviert und mit goldenem Herzschild belegt, darin 2 rote Pfähle, überdeckt von einem silbernen Balken (Stammwappen); 1 und 4 in Rot 2 einwärts-sehende gold-gekrönte natürliche Löwen, in der rechten Pranke einen grünen Palmzweig haltend, 2 und 3 in Grün 2 einwärts-sehende gold-gekrönte und -bewehrte schwarze Adler.  3 Helme mit rot-goldenen Decken; auf dem rechten rot-golden bewulsteten der gekrönte Löwe mit dem Palmzweig wachsend, auf dem mittleren ein hoher roter Spitzhut, dessen goldener Knopf mit gleichfarbigem Stern besetzt ist, rechts und links besteckt mit je 3 (silbern, rot, silbern) Hahnenfedern (Stammwappenhelm), auf dem linken mit rot-silbernen Decken der gold-gekrönte schwarze Adler mit ausgebreiteten Flügeln wachsend.«  (S. 598, Gotha. Genealog. Taschenbuch der Gräflichen Häuser, Teil A, 115. Jg. 1942)

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»Vitzthum von Eckstädt.  Evangelisch. - Thüringischer Uradel, der mit Bertold sen. Vizetum (vicedominus = Statthalter) von Ekestete (bei Markvippach) 6. Jan. 1324 zuerst urkundlich erscheint. - W.: In Gold zwei rote Pfähle, überdeckt von einem silbernen Balken.  Auf dem gekrönten Helme mit rot-goldenen Decken ein hoher, roter Spitzhut, oben mit goldenem Stern besteckt, an der Seite abwechselnd mit roten und silbernen Hahnenfedern.«  (S. 747, Gotha. Genealog. Taschenbuch der Uradeligen Häuser, 12. Jg. 1911)

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»Vitzthum von Eckstädt.  Luth. Conf. - Königreich Sachsen. - Dieses alte Geschlecht in Sachsen hat mit denen von Eichstedt oder Eckstädt gleiche Abstammung.  Von diesen bekleidete ein Zweig das Amt eines Vicedoms von Erfurt u. legte den Titel Vicedom oder Vitzthum s. ursprünglichen Namen bei.  Jm 13. Jahrh. theilte sich das Haus in die Linie von Apolda u. in die von Eckstädt, welche erstere 1631 mit Anton Friedrich ausstarb.  Aus der letztern wurde Friedrich v. E., k. poln. u. churfürstl. sächs. Cabinetsminister, am 18. Juli 1711 unter dem chursächs. Reichsvicariate, in den Reichsgrafenstand erhoben.  Dieser erste Graf v. V. blieb 13. Apr. 1726 in einem Zweikampfe zu Warschau.«  (S. 515, Genealog. Taschenbuch der deutschen gräflichen Häuser, 12. Jg. 1839)

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»Vitzthumb von Eckstädt.  Der Nahme dieses alten Sächsischen Geschlechts wird jetzt mehrentheils ohne hinzugesetzten Buchstab b geschrieben.  Es führet dasselbe im goldenen Felde zwey rothe Pfäle, über welche ein silberner Balke gezogen ist.  Auf dem gekrönten Helm eine rothe Pyramide, mit einem achtspitzigen goldenen Stern besetzt.  Zu jeder Seite der Pyramide wachsen drey gekrümmete Hahnenfedern auf, die zur Rechten sind roth, golden und silbern, die zur Linken golden, roth und silbern.  Helmdecken golden und roth.  Altes Wapen in Farben von 1619.  Albinus in der Historie der Grafen und Herrn von Werthern S. 71. will die mittelste Feder jeder Seite weiß, die übrigen alle roth tingiret wissen, auch sollen die Helmdecken zu beyden Seiten gelb, roth und weiß seyn.  Fürstens W. B. 1 Th. S. 146. n. 3. hat auf der Pyramide einen silbernen Knopf, mit dem goldenen, hier sechsspitzigen Stern besetzt, die Federn sollen golden, silbern und roth seyn.  So sind auch die Helmdecken.  Jn der Domkirche zu Naumburg sind in diesem Wapen drey goldene Pfäle, mit übergelegtem silbernen Balken im rothen Felde zu sehen.  Auf dem Helm eine rothe Pyramide, mit einem sechsspitzigen goldenen Stern besetzt, zwischen sechs Strausfedern, von denen die vier obern golden, die beyden untern roth sind.«  (Nr. 905, Nachrichten von adelichen Wapen, 1786)

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»Vitzthumb, Grafen.  König Friedrich August in Pohlen, Churfürst von Sachsen, erhob als Vicarius des Reichs nach Kayser Josephi I. Tode s. d. Dresden d. 18 Julii 1711. eine Linie vorstehenden Geschlechts, welche das Guth Woelckau besitzet, in des H. R. R. Grafenstand, und vermehrte das Wapen dergestalt, daß das Gräflich Vitzthumbsche Wapen anjetzo darstellet: einen gevierteten Schild, mit einem Herz- oder Mittelschilde.  Dieser Letztere zeigt das adelich Vitzthumbsche Wapen, nemlich: zwey mit einem silbernen Balken quer überzogene rothe Pfäle im goldenen Felde.  Jm ersten und vierten purpurfarbnem Felde des Hauptschildes, einen einwärts gekehrten goldenen Löwen, mit doppeltem Schwanze, in der Pranke einen Palmzweig, gegen sich gekehrt, haltend; im zweyten und dritten grünen Felde einen einwärts sehenden, golden gekrönten, schwarzen Adler.  Drey Helme: der mittelste gekrönte ist der adeliche Vitzthumbsche, trägt einen hohen rothen Hut, mit silbernen, rothen, und goldenen Federn; über dem Hut einen silbernen Knopf und goldenen Stern.  Auf dem Helm zur Rechten ist der wachsende Löwe linksgekehrt, mit der Krone und Schwänzen, auch Palmzweige.  Auf dem Helm zur Linken ein gekrönter schwarzer Adler.  Helmdecken roth, golden und silbern.  Schildhalter zwey aufrechtsstehende Leoparden.  Nachricht aus der Familie und Kupferstich.  Auf letzterm, auch auf Petschaften ist der Adler des letzten Helms nur wachsend.«  (Nr. 906, Nachrichten von adelichen Wapen, 1786)

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»Vitzdomb.  Jngleichen wird von diesem adelichen Geschlechte von vielen Historicis dieses affirmiret, daß solches seine vrspringliche Ankunfft von den vier Vicedominis, so Thüringen erstmals nach der Könige Abgang an stat der Keyser vnd Ertzbischoffe zu Mentz verwaltet, allerding haben sollen, Wie sie dann an Gütern vnd Landschafften vor Alters also mechtig gewesen, daß sie sich nicht geschewet, auch jhrer Landesfürstlichen Obrigkeit zu widersetzen, inmassen dann vnter Churfürst Friederichen dem Andern, vnd Wilhelm Gebrüdern, beschehen, daß Bernhard, Bosso, vnd Appollo Vitzdomb Gebrüdere, einen vnnöhtigen Streit mit Gorge von Bebenberg angefangen, also, daß die Herren Gebrüdere darüber in Vnwillen, vnd einander in die Haar gerahten, darüber beyde Land vnd Vnterthanen grosses Vnheil zugewachsen, endlichen vber sie ausgelauffen, in dem man alle jhre Heuser, als Dornberg, Camberg, Vitzleben, Roßla, Gleisberg vnnd andern eingenommen, sie vnd die jhren daraus entsetzt, vnd fast allerding zum Lande hinaus gejaget, vnd setzet ein Historicus diese Wort von ermelten Vitzdomben, Ingentes Vicedomini comparaverant opes, & erant è nobilitate Thuringiaca locupletissimi, ideò fiducia clientum atque munitionum, quas in Thuringia Franciaque habebant, in tantum insolentiae processerunt, ut Duci suo bellum facere auderent.  Vnd zwar haben sie nicht wenige Vrsache zu jhrem Vnglück gegeben, dann die Vitzdombe nicht allein der Herrschafft, die Pflege Coburg mit Gewalt eingenommen, besondern darneben auch die Burgundischen Legaten, so zu dem Fürsten von Sachsen in wichtigen Sachen mit grossem Gut Anno 1450. abgefertiget, zwischen Stalburg vnnd Heßhusen, auffgefangen, vnnd auff jhre Heuser, Capelndorff vnnd Leuchtenberg, in Verwarunge eingenommen, darüber sie bekrieget, vnd aller jhrer Regalien vnnd Heuser entnommen, jhren Hack vnd Pack vollends zusammen geraffet, vnnd sich nach dem Lande zu Böhmen gewendet, als dann Appollo Vitzdomb auch nicht viel gutes gesponnen, vnnd mit Casimiro König in Polen, als auch etlichen Herrenständen in Böhmen practiciret, Hertzog Wilhelm von Sachsen, deme damals die Kron Böhmen auffgetragen, entweder in der Stadt Prag, oder im Heimwege zu vberfallen, ist aber durch Verwarunge vnd andere Mittel verhütet worden.

Was es aber vor einen Ausgang mit Vitzdomb gegeben, beschreibet Aeneas Sylvius mit diesen Worten:  Memorabile sanè exemplum est Appollonius, nam qui apud Principem fuerat praecipuus & gratiss. qui opibus, amicitiis, potentiâ maximâ floruerat, qui hominum generosorum affinitatibus se munierat, Is tandem amissis omnibus fortunae & dignitatis ornamentis cum filiis & fratribus in exilio vixit atque obiit.  Dennoch auch das gantze Geschlecht sein allerding nicht entgolten, dann Friederich Vitzdomb bey ermeltem Hertzog Wilhelm in Gnaden geblieben vnnd dessen fürnemer Raht gewesen, inmassen dann diß adeliche Geschlecht hernacher bey den Fürsten von Sachsen hinwieder ausgesühnet, vnnd viel derselben in derer Dienste gewesen.

Bey vnserer Zeit sind die Vitzdomb von Eckstet, zu Kannewerff, vnnd in besonder George Vitzdomb der Elter, Jtem, Werner, als auch Hans vnnd Longius Gebrüdere, Jngleichen George Vitzdomb von Eckstet der Jünger, Heuptman zu Langensaltza vnd Thomasbruck, alle vortreffliche vom Adel, fürneme Leute, vnnd bey den Hertzogen vnnd Churfürsten von Sachsen in sondern Gnaden gewesen.

Vnnd ob wol zum Eingang dieses, allerhand wie es die Historien geben, angezogen, so dem löblichen Geschlechte zu wider seyn möchte, protestire ich doch hierauff, daß solches keiner böser Meynunge, oder zur Verkleinerung jhrer, beschehen, besondern allein die Historien also zu referiren, wie sich dieselben verlauffen, vnnd ist wol kein Geschlechte, das nicht auch neben besondern Tugenden, sein Mangel vnd Gebreche habe, derwegen es auch keine Verwunderung manchem geben solle, vnd gebüret jederm Historico die Warheit anzuzeigen.«  (p. 299, Theatrum Saxonicum, 1. Theil, 1608)


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