die von Starschedel +

Stammsitz Starsiedel, n. Hohenmölsen


Theatrum Saxonicum 1608

I, 86

Genealogisch-Historisches Adels-Lexicon

1. Teil, Spalte 2412

Genealogische Adels-Historie (& Ahnentafeln)

1. Teil, Seite 941-953; 3. Teil, Seiten 75, 164, 168, 169, 306, 495, 498, 506, 612, 737, 738, 764, 800, 870, 871, 873, 879, 880, 906, 1106, 1140, 1154, 1156, 1175, 1231

Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meissnischen Adels

Seite 314


»Starschedel.  Jst der wenigsten nicht, vnd zwar der eltesten Meyßnischen Geschlechte eines, Denn Wolgangus Lazius keyserlicher Historicus affirmiren wil, daß allbereit tempore Friderici Primi Barbarrossae, einer dieses Geschlechts vnd Hinrick, vnter Marggraff Diederichs Adel, so er bey sich gehabt, zu Venedig Anno 1180. damals mitgewesen, da der Keyser sich vorm Bapst bücken vnd fast mit Füssen tretten lassen müssen, darüber auch der Marggraff sich erzürnet, vnd neben seinem Adel zur Wehre gegrieffen, auch vbel gerahten, wenn sich nicht der Keyser ins Mittel geleget.

Anno 1237. Marggraff Heinrich Illustris sich vom Reich wider die Preussen bestellen lassen, wird gemeldet, daß er allein vnter seiner Fahnen 500. Meyßner vom Adel, vnter denen zween von Starschedel, Hugold vnd Heinrich mit gewesen, mit ausgeführet.  Daraus denn jhre vhralte Ankunfft zuuernemen, damals das Geschlecht also abgangen, daß nicht mehr als eine entzele Person, am Churfürstlichen Brandenburgischen Hofe vnwissend, dessen Namens vnd Gechlechts gewesen, welcher durch allerhand Vorschrifften endlichen zum Erben zugelassen, da dessen Güter allbereit von der Herrschafft eingenommen, vnd meisten theils verschenckt gewesen, welcher hinwieder den Stam fort propagirt, vnd wie daruor gehalten wird, erstlichen das Haus Mutzschen von den Reichen an sich gebracht, vnd auff seine Nachkommen vererbet.  Dessen Sohn, oder Nepos, wie etliche wollen, Herr Heinrich Ritter gewesen, so Anno 1490. das Closter zu Mutzschen Ordinis Servorum beatae Mariae Virginis, angelegt, dessen Vestigia noch daselbsten zu sehen, welches sein Sohn Diederich vollends verbracht, hat aber nicht lange Bestand gehabt, Dieser Diederich fünff Söhne verlassen, Ernsten, Diederich, Heinrich, Thumbherr zu Meyssen, Innocentius vnd Valentin, so zum meisten ohne Erben, biß auff Diederich vnd Heinrichen verstorben, Denn Diederich, so von den Vnterthanen, vnd menniglichen seiner Gottseligkeit, Demut vnd Sanfftmut, vnd daß er seinen Vnterthanen vnd menniglichen täglichen in eigener Person, nach Essens eine Stunde Audientz gegeben, vnd sie gütlichen beschiden, auch keine Sache zu Recht gedeyen lassen, hochberühmbt wird, hat vier Söhne, Heinrich, Haubold, Innocentius, jetzo vff Born, ein trefflicher ansehnlicher Mann, vnd Georgen jetzo zu Stein Wolffersdorff, ingleichen ein gelerter verstendiger Mann, hinterlassen, welche meistes Theils den Stam propagirt.

Heinrich auch sonsten Gelhaar zugenamet, Churfürstl. Sächs. Hoffmarschalch, ingleichen vier Söhne verlassen, Heinrich, Ernst Diederich jetzo des Churfürsten zu Sachsen, Hertzog Christiani II. Hoffmeister, sonsten Churfürstl. Sächsisch. Raht, Jngleichen Hans vff Kannewitz, Wolffen zu Strehla, vnd Baltzern zu Leißnick, alles feine gelerte vnd treffliche Helden.

Vnd ist allhier billich auch diß anzuziehen, daß dieses adeliches Geschlechte, jederzeit den Ruhm gehabt, daß sie sanfftmütig, vnd gegen menniglichen diensthafftig vnd freygebig gewesen, Jnmassen an denen jetzo noch lebenden zu spüren, Jtem, daß tempore Friderici I. Electoris Saxoniae ein Starschedel Heuptman zu Aussig in Böhmen gewesen, so der Stadt jhre Privilegia, dessen sie sich noch zu gebrauchen, vffs newe confirmiret, auch in vielen verbessert, Derowegen sie auch zur Danckbarkeit jhn vnd sein gantzes Geschlecht in die Landtaffel der Cron Böhmen incorporiren lassen, sich derer Freyheit in allem, gleich andern Ständen, zu gebrauchen, welches denn billich zu leben, vnd dem gantzen Geschlechte nicht wenig Ruhm vnd Nutzes gibt.«  (p. 86, Theatrum Saxonicum, 1. Theil, 1608)


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