von Sierakowski

(Wappenstamm Prawdzic)


Siebmacher’s großes Wappenbuch

III, 2. Abt., Seite 380

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser

1922-1941

Genealogisches Handbuch des Adels

Bände 121, 128


»Polnisches Adelsgeschlecht des Wappens „Prawdzic“, das um 1540 im Lande Ciechanów, Herzogtum Masowien, zuerst erscheint und das von dem kujawischen Adelsgeschlecht v. Sierakowski des Wappens „Ogończyk“ zu unterscheiden ist, welches 1775 in den galizischen bzw. 1776 in den preußischen Grafenstand erhoben wird. - Stanislaus Sierakowski, dessen Bruder Alexander Sierakowski z Sierakowa am 2. Juni 1655 auf der Universität Frankfurt a.d. Oder als „nobilis Polonus, ex territorio Sandomiriensi“ erscheint, flüchtet um 1660 wegen seines socinianischen (auch: unitarischen, arianischen bzw. anti-trinitarischen) Glaubens - gemeinsam mit weiteren Glaubensbrüdern - nach Ostpreußen.  Hier übernimmt er am 12. März 1670 das Rittergut Kozinowen (Andreaswalde) b. Johannisburg in Pfandbesitz und teilt die Ländereien an seine Glaubensbrüder auf.  Sein Urenkel Friedrich von Sierakowski (* Belzonczen b. Johannisburg 1. Nov. 1757, + Zatzkowen b. Sensburg 2. Juni 1819), Besitzer des Rittergutes Zatzkowen, tritt in die preußische Armee ein.  Er wird am 8. August 1794 als Secondelieutenant im Regiment Bosniaken für seine im Gefecht bei Czarnoczin bewiesene Tapferkeit mit dem Orden Pour-le-Mérite ausgezeichnet.

Eugen von Sierakowski (* Ohlau i. Schlesien 17. Febr. 1817, + …, Königlich preußischer Secondelieutenant a.D.) und sein jüngerer Bruder Ernst von Sierakowski (* Breslau 2. Juni 1832, + Kew, Kolonie Victoria, 6. Juni 1878), Enkel des vorgenannten Friedrich, wandern nach Australien aus, wo sich ihre Nachfahren erfolgreich im Wirtschaftsleben behaupten. - Hervorzuheben ist nicht zuletzt Erdmann von Sierakowski (* Apenrade 25. Okt. 1875, + Hannover 16. März 1958), Königl. preußischer Major und Bataillonskommandeur im Leibgarde-Infanterie-Regiment Nr. 115 a.D., der durch seine Heirat mit der Gutsbesitzerstochter Sophie Hoffmann (* Lopiszewo b. Rogasen, Provinz Posen, 25. Sept. 1885, + Wiesbaden 30. Juni 1983) die bedeutende Herrschaft Lopiszewo erwirbt.

Das Stammwappen „Prawdzic“ zeigt im silbernen (auch: blauen) Feld einen aus einer roten Zinnenmauer wachsenden goldenen Löwen, der einen goldenen Ring in den Pranken hält; auf dem Helm mit rot-silbernen (auch: blau-goldenen) Decken der wachsende goldene Löwe mit goldenem Ring.

Vgl. Joachim v. Roy, Deus fortitudo mea – Zur Geschichte der Polnischen Brüder in Ostpreußen, in: Genealogie, Bd. XXIII, Neustadt a.d. Aisch 1997, S. 537-541.«

Joachim von Roy, 10. 9. 2012


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