von Schlieben

Stammsitz Schlieben, s. Dahme


New Wapenbuch 1605

Seite 177, Nr. 1

Theatrum Saxonicum 1608

I, 140

Genealogische Adels-Historie

3. Teil, Seite 929-944

Genealogisch-Historisches Adels-Lexicon

1. Teil, Spalte 2108; 2. Teil, Spalte 1027

Hellbachs Adels-Lexikon

II, 411

Neues preussisches Adels-Lexicon

IV, 176

Siebmacher’s großes Wappenbuch

III, 1. Abt. Seite 25

Geschlechts-, Namens- und Wappensagen des Adels dt. Nation

Seite 149

Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meissnischen Adels

Seite 291

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser

1910-1939

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser

1826-1942

Genealogisches Handbuch des Adels

Bände 2, 49, 56


»Schlieben.  Evangelisch. - Lausitzer Uradel aus dem Untergau der Lausitz Zlivin, dem jetzigen Schlieben, stammend, der mit Otto de Sleben 1144 urkundlich (s. v. Mülverstedt, Regesta archiep. Magdeb. I, 471, Nr. 1148) zuerst erscheint; die Stammreihe beginnt mit Gumprecht von Schlieben, + 1279, Herrn auf Dobnoslo bei Senftenberg.  Die Namensform wechselte zwischen Sleben, Zlewin, Zliw, Zlivn, Zlywine, Sliwen, Slieben, Schleyben, Slyben, Zlowin und Schlieben. - W.: In Gold ein von Blau und Silber geschachter Balken.  Auf dem Helme mit blau-goldenen Decken 2 wie der Schild bezeichnete Büffelhörner.«  (S. 499, Gotha. Genealog. Taschenbuch der Adeligen Häuser, Teil A, 38. Jg. 1939)

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»Schlieben.  Lutherisch. - Lausitzer Uradel, aus dem Untergau der Lausitz Zlivin, dem jetzigen Schlieben, stammend, der mit Otto de Sleben 1144 urkundlich (s. v. Mülverstedt, Regesta archiep. Magdeb. I, 471, Nr. 1148) zuerst erscheint; die Stammreihe beginnt mit Gumprecht von Schlieben, + 1279, Herrn auf Dubnoslo bei Senftenberg.  Die Namensform wechselte zwischen Sleben, Zlewin, Zliw, Zlivn, Zlywine, Sliwen, Slieben, Schleyben, Slyben, Zlowin und Schlieben. - Preußischer Graf Berlin 9. Aug. 1718 (für Georg Adam von Schlieben, Herrn auf Sanditten, Erbhauptmann auf Gerdauen, Nordenburg und Klingbeck, Königl. preuß. Landjägermeister). - W. (1718): In Gold ein von Blau und Silber in 3 Reihen zu 6 Plätzen geschachter Balken (Stammwappen), belegt mit einem königlich gekrönten golden-bewehrten abgerissenem schwarzen Adlerkopf.  Grafenkrone.  Auf dem gekrönten Helme mit blau-goldenen Decken 2 wie der Schild bezeichnete Büffelhörner (Stammwappenhelm), dazwischen der gekrönte Adlerkopf.«  (S. 468, Gotha. Genealog. Taschenbuch der Gräflichen Häuser, Teil A, 115. Jg. 1942)

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»Schlieben.  Evangelisch. - Meißnischer Uradel, der mit Otto de Sleben als Zeugen 1144 urkundlich zuerst erscheint.  Die Namensform wechselte zwischen Sleben, Zlewin, Zliw, Zlivne, Zlywine, Sliwen, Slieben, Schleyben, Slyben, Zlowin und Schlieben. - W.: In Gold ein von Blau und Silber geschachter Balken.  Auf dem Helme mit blau-goldenen Decken zwei wie der Schild bezeichnete Büffelhörner.«  (S. 680, Gotha. Genealog. Taschenbuch der Uradeligen Häuser, 11. Jg. 1910)

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»Schlieben.  Lutherisch. - Meißnischer Uradel, der mit Otto de Sleben als Zeugen 1144 urkundlich zuerst erscheint; die Namensform wechselte zwischen Zliw, Zlivne, Zlywine, Sliben, Slyben, Sleben, Slieben, Schleyben, Zlewin, Zlowin und Schlieben; preußischer Graf d. d. Berlin 9. Aug. 1718.«  (S. 803, Gotha. Genealog. Taschenbuch der Gräflichen Häuser, 83. Jg. 1910)

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»Schlieben.  Derer werden erst (ob solche wol elterer Ankunfft, vnd zum meisten in der Chur Brandenburg, als auch der Laußnitz, zum Theil aber auch, vnter den Chur vnd Fürsten von Sachsen, vnd vor dessen in der Herrschafft Baruth, Gerßdorff vnd Walßdorff gesessen, vmb die Zeit des löblichen Römischen Keysers Heinrichs des Fünfften, vnd ohngefehr vmb das Jahr Christi 1162.) gedacht, Denn als die Pommerischen, Polnischen, vnd Laußnitzer Wenden die Marck Brandenburg, vnter der Wenden vnd Obotritten Könige Primislao (so die Stadt Primislaw in der Vcker Marcke erbawet, vnd nach seinem Namen genennet) fast durch Kriegesgewalt vnd jure belli eingenommen, vnd solche dem alten rechten Erben, vnd dem Reich vorgehalten, vnd darneben den benachtbarten Dampff angelegt, vnd mit denselben stetig zu Felde gelegen, ist deme zu begegnen von dem Römischen Reich Albertus Marggraff zu Soldquedel, welcher seines freudigen vnd steiffen Gemüts wegen, der Beer zugenamet, Ottonis Graffen zu Ascanien Sohne zum Obersten auffgeworffen, vnd mit einem stattlichen Kriegsvolck ausgerüstet, der denn die Sache mit einem solchen Ernst angegrieffen, das löblichen gewesen, vnd nicht ehe abgelassen, biß daß er Primislaum zum Gehorsam gebracht, welcher auch bald darauff mit Tode abgangen, vnd also Alberto dem Beer, aus sonderer Begnadung Keysers Conradi Tertij die Marck Brandenburg, wegen seiner trewen Dienste verblieben, vnd von ermeltem Keyser jhme in Lehn gegeben, welcher denn alles Wendische Volck, so da herumb, vnd an der Elben vnd Elsterstrom gesessen, ausgetilget, vnd dargegen andere, vnd newe Colonos, vnd Völcker, aus den angelegenen Ländern, als Brabänder, Holländer, vnd Gellener auffgenommen, vnd damit die wüsten Städte vnd örter ersetzet, den Adel aber an seinen Hoff genommen, vnd dieselben zu ritterlichen Tugenden vnd Thaten sich zu vben, vnd in Kriegesläufften brauchen zu lassen, mit allem Ernst vnd Fleis angehalten.

Vnter denen dann etliche der vornembsten erzelet werden, als die Assenburger, Bredawer, vnd Schulenburger, so sonsten vor Niderländische Geschlechte geachtet werden, Vnd dann die von Arnimb, Lochaw, Dreschkaw, Belaw, Stechaw, Hucken, Quasten, Bellien, vnd Schlieben, zu der Zeit die von Schluben genandt, Stotterheimb, vnd andere vielmehr, derer eine gute Notturfft zu erzelen, Diesen Adel hat er bey seiner Zeit, wegen jhrer sondern vnd heroischen Tugenden vnd Thaten, in Gnaden respectirt, vnd mit sondern Landgütern derer örter vnd Gegend hinwieder versehen, sich jhres trewen Beystandes in Nohtfällen zu getrösten.  Vnd weil ermelter Marggraff Albertus der Beer genandt, seine sonder Lust mit Jagten vnd andern Regalien, vmb Bernaw, Beerwalde, Köppenick, Gelsen vnd Baruth, so zum theil von jhme erbawet, vnd nach seinem Namen genennet, gehabt, vnd derselben Gegend seine Residentz gehalten, habe er auch solchen seinen versuchten Adel gerne bey vnd vmb sich wissen wollen, vnd solche derer örter gleichsam einlosirt, Vnter denen das adeliche Geschlechte, die von Schlieben, den Strich vnter Schlieben vnd Baruth eingenommen, vnd viel lange Jahr vff die Posteros propagirt vnd vererbet.

Das aber solches ein gar altes Sclauisch, vnd adeliches Geschlecht sey, das erweiset die Etymologia Nominis, vnd Deutunge des Namens, Dann kein Zweiffel, solcher von dem gemeinen Namen Schluben, darmit die Laußnitzer vnd Schlubische Wenden noch heute bey tage von den Reder Wenden, mit dem Wässerlein vnd Fluß die Schlube genandt, so auff anderthalb Meil von Franckfurt entspringet, vnd in die Oder lauffen thut, vnterschieden, vnd genennet werden, genommen, vnd dannenhero diß edle Geschlecht, die von Schlieben in Laußnitz vnd derer Gegend, sampt dem Ampt vnd Städtlein Schlieben von diesen Völckern jhren Namen erhalten, weil ich vielfeltig in den alten Monumentis vnd Annalibus gefunden, daß diß adelicht Geschlechte die von Schlieben, vor Zeiten die von Schluben sind genennet vnd geschrieben worden, wie denn oben dero Gegend vnd Familia die von Stotterheimb wohnen, welche etliche Historici von den Stoderanis auch einem sondern Wendischen Geschlechte, so vmb die Stadt Lucka, nach etlicher Meynung, gehauset, in welcher Gegend denn auch das Geschlechte jetziger Zeit noch ist, sollen herkommen vnd benent seyn, dergleichen adeliche Familia vielmehr, wo es noht were, zu erzelen.

Der Eltesten aber dieses adelichen Geschlechts finde in libro Trojaminum ich derogestalt berühmbt, daß Anno 996. vnter Marggraff Brunicone von Brandenburg, Ditz von Schluben, Jtem Anno 998. Hans von Schluben vnter Marggraff Hugen dem streibaren Helden, vnd Keysers Ottonis des Dritten Landpraesidenten in Hetruria, mit jhren Herren vffm Thurnier zu Merßburg vnd Braunschweig gewesen, vnd sich tapffer vnd ritterlichen zu Schimpff vnd Ernst, sehen lassen.

Hernacher in scriptis dieses adelichen Geschlechts biß zu Alberti Ursi Zeiten geschwiegen, da denn eines vnd Theodorici von Schluben gedacht wird, so beneben einem von Randaw bey demselben in sonderm Ansehen gewesen, ist wol gläublichen, daß er seiner ritterlichen Thaten wegen, so er seinem Herrn in Heerzügen, wider der Obotritten Hertzogen Primislaum geleistet, beruffen worden, Jnsonderheit aber wird in dieser Historia gemeldet, daß er jhn wider einen Polnischen Fürsten, so dem Primislao befreundet gewesen, vnd welcher nach dessen Tode sich der Marcke Brandenburg angemast, ausgerüstet, mit deme er auch bey Züllichaw ein Treffen gehalten, vnd solchen aussm Felde geschlagen.

Vnter Keyser Friderico Secundo König in Sicilien, finde ich auch einen von Schlieben derogestalt berühmbt, daß Anno 1240. die Tartarn in grosser Menge, vnter jhrem Fürsten Hoccata auffgestanden, Europam mit dreyen zertheilten Hauffen, vnd inbesondern Vngern, Reussen, Polen, vnd Schlesien vberfallen, alles in Raub vnd Brand gesteckt, vnd inbesondern jhre Tyranney vnd Mutwillen in der Schlesien sehen lassen, also daß sie das elende Weibsvolck mit den Haaren vnd Zöpffen nackend zusammen gekoppelt, vor sich als Herde Viehe herotreiben lassen, der erschlagenen Blut auffgefangen, einander zugesoffen, die Kinder auffgespiesset, vnd an die Mawren zerschmettert, vnd inbesondern an den Küchen grossen Mutwillen gebrauchet, habe der regierende Hertzog damals zur Lignitz, Heinricus Pius zugenamet, solchem wüsten Wesen lenger nicht zusehen können, sein Landvolck auffgebracht, auch die benachbarten Fürsten in Pommern, vnd der Marcke, vmb Hülffe angelanget, vnd darmit in eigener Person den Tartarn vnter die Augen gezogen, solchen den Weg verlegt, vnd zum stande gebracht, Ehe aber die Schlacht angangen, habe er mit seinen eigenen, als auch der zugeschickten Reuterey, von Märckern, vnd andern Obersten vnd Rittmeistern Raht gehalten, wie den Sachen zu thun, ob er den Feinden eine Schlacht liefern, oder solche nur mit Scharmützeln von der Rauberey abhalten solte, Darauff allerhand Meynunge gefallen, vnd die meisten dahin gestimmet, solche mit einem Ernst anzugreiffen, vnd das Garaus mit jnen zu spielen.  Andere aber, vnd vnter denen der Märckische Oberster Christoff von Schlieben gerahten, alleine den Feind mit der Gegenwehre vnd Scharmützeln, von jhrem tyrannischen Wesen vnd Rauben abzuhalten, gleich auch dadurch jhre Manheit vnd Stand zu versuchen, vnd nicht also geschwinde der Christen Blut dem Feinde vorzuwerffen, Deme zwar der Hertzog auch beygefallen, aber in summa, der meisten Stimme hat bey dem frommen Fürsten Nachdrucks haben müssen, vnd darauff eine Heuptschlacht angefangen, Vnd ob wol die Schlesier anfangs sich tapffer erzeiget, so wol auch die Märcker ritterlichen in die Feinde gesetzt, vnd dieselben in die Flucht geschlagen, Dennoch aber, weil die Christen sich allzuzeitlichen der Victoria berühmbt, vnd den Feinden Raum gelassen, sich hinwieder zu sammen zu thun, vnd der Schlacht mit mehrem Ernst einen newen Anfang zu machen, auch die Christen in grosser Eil vberfallen, habe der helle Hauffe, vnd also Herr vnd Knecht damals herbücken, vnd ins Gras beissen müssen, vnd eine grosse Niderlage von Christen erfolget, Mit denen dann die Tartarn noch das Gespött getrieben, des Hertzogen, sampt der vornembsten Köpffe abgehawen, vnd dieselben im Lager herumb tragen, vnd wo dieselben fortgezogen, vorführen, Dem andern gemeinen Hauffen die Ohren abgeschnitten, vnd derer neun Säcke erfüllen lassen, also domals auch der von Schlieben herhalten müssen, Vnd setzet Martinus Cromerus diese Wort darneben:  Wann der gute fromme Fürst dessen getrewen Raht nachgesetzet, vnd sich von den andern durch Ehrgeitz nicht einnemen lassen, würde wol so ein grosser Verlust der Christen nicht erfolget seyn.

Jngelichen wird vnter Churfürst Friederichen dem Andern von Brandenburg, welcher mit dem Hertzogen von Pommern schwere vnd langwirige Kriege geführet, auch einer dieses Geschlechts, vnd Herr Hans von Schlieben Ritter dergestalt berühmbt, daß er bey demselben, wegen seiner Kriegserfahrung, in sondern Gnaden, vnd dessen Heuptmann zu Garthin in Pommern, welches Schlos vnd Ampt er Anno 1468. einnemen helffen, gewesen, Jnmassen dieser Herr Johan von Schlieben auch bey dessen Sohn, Marggraff Albrechten Churf. den man Achillem germanicum zugenamet, in grossem Respect vnd Ansehen gewesen, welchen er auch in vielen Kriegen wider Pommern der Stadt Nürmberg, vnd dem Hertzogthumb Beyern trewlichen Beystand geleistet, Jnbesondern damals, als der Marggraff die von Nürnberg vnter Grauenburg angegrieffen, vnd einen harten Stand mit jhnen gehalten, also auch, daß er in grosser Gefahr gestanden, vnd fast von den Nürmbergern aussm Felde gejagt worden, in deme der von Schlieben aus einem Hinterhalt hierzu gerant, seinem Herrn trewlichen zugesprungen, die Nürnberger, so fast den Sieg in Henden gehabt, mit einem Ernst angegrieffen, vnd also geengstiget, daß sie die Flucht zur Hand nemen, vnd damals die Victoria vff des Marggraffen Seiten geblieben, auch die Stadt Grauenburg im todt gelegen, mit dem Sturm eröbert, geplündert, vnd nur des Weibesvolck darinnen verschonet worden.

Was bey Mannes Gedencken, vnd zu vnserer Zeit, Eustachius von Schlieben Churfürstlicher Brandenburgischer Heuptmann zur Zossen, vff Sees vnd Fetzsche, vor ein thätiger Mann zu Schimpff vnd Ernst, denn auch in weisem Rahte vnd Anschlägen gewesen, vnd wie solcher dem gantzen Lande mit sonderer Bescheidenheit vorgestanden.

So wol Herr Heinrich von Schlieben Compter zu Legaw, vnd dann die von Schlieben zu Pelßnitz, Baruth, Gerßdorff vnd Walsdorff, vor ansehnliche Leute gewesen.

Jtem, wie nach derer Erben, vnd Hans von Schlieben vff Fetzsche Landesheuptmann des Marggraffthumbs Niderlausitz allen seligen.

Dann Herr Adam von Schlieben jetziger zeit Compter zu Lietzke, vff Papitz &c.

So wol Liberius vnd Eustachius von Schlieben, desselben Gebrüdere, vnd Churfürstliche Brandenburgische Rähte, jhrer sonderer Erfahrung, weiten vnd vielen Reisens, vnd tapffern Thaten halben höchstberühmbt, Das soll, geliebts Gott, vnd künfftig zur Notturfft angezogen werden.  Der allmechtige Gott wolle diß adeliche Geschlecht erhalten vnd vermehren.«  (p. 140, Theatrum Saxonicum, 1. Theil, 1608)


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