die von Schlichting


»Schlesisch-brandenburgisches Adelsgeschlecht, das mit Thomas und Christoph Slichting, „zu Goren gesessen im Lande Züllichau“, welche in den Pfingsttagen des Jahres 1447 von Herzog Heinrich IX. von Schlesien-Glogau zu Vormündern seines 15jährigen Sohnes Sigismund eingesetzt werden, zuerst erscheint.  Die urkundlich gesicherte Stammreihe beginnt mit Kaspar von Schlichting (1510 als Student: „Caspar Slichting de Swibissen“, 1534: „Der Edle Caspar Schlichtingk zum Jeßer“), Lehnsmann des Zisterzienserklosters Paradies auf den bei Schwiebus gelegenen Rittergütern Rietschütz, Oggerschütz, Jehser und Oppelwitz.  Seine Nachfahren führen ab 1666 gelegentlich den Freiherrntitel.

Bedeutend ist der arianische Theologe Jonas von Schlichting (1656: „Slichtingius a Bukowiec“), * Sonczkowo b. Schmiegel 1592, + Selchow 1. Nov. 1661, der wegen seines Glaubens im Mai 1647 auf dem Reichstag zu Warschau - in Abwesenheit - zum Tode und zur öffentlichen Verbrennung seiner Bücher durch den Henker verurteilt wird.  Ebenfalls herausragend ist Johann Georg von Schlichting de Bukowiec, * 1597, + 4.1.1658, Königlich polnischer Landrichter von Fraustadt, welcher zur Aufnahme der aus Schlesien und Böhmen vertriebenen Protestanten - mit Privileg des Königs Wladislaus IV. von Polen vom 20. Juli 1644 - auf seinem Gut Gurschen die Stadt Schlichtingsheim gründet. -  Am 24. Dez. 1694 wird Samuel von Schlichting de Bukowiec, ~ 1. Nov. 1662, + 4. Febr. 1701, Besitzer der „Herrschafft und Starostey“ Gurschen-Schlichtingsheim, zu Wien mit dem Prädikat „Wohlgeboren“ in den böhmischen Alten Herrenstand erhoben.  Rudolf Freiherr von Schlichting, * Golgowitz 8. Jan. 1816, + Gurschen 27. Nov. 1894, erhält als Besitzer des Majorats Gurschen-Schlichtingsheim am 17. März 1886 eine preußische Bestätigung des Freiherrnstandes.

Das Stammwappen des Geschlechts zeigt in Silber zwei aufgerichtete schwarze Geweihstangen mit auswärts-gekehrten Enden, darüber eine querliegende schwarze Geweihstange mit aufwärts-gekehrten Enden. - Das Ehepaar Kurt Freiherr von Schlichting (+ 1920), Fideikommissherr (seit 1917) auf Gurschen mit Schlichtingsheim, und Helene geb. von Roy (+ 1945), Majoratsherrin auf Wierzbiczany, führte nach 1882 die Wappen „Schlichting“ und „Roy“ auch als Allianzwappen. - Der Familienverband der Freiherren und Herren v. Schlichting gab sich am 3. Oktober 1901 eine Satzung.

Vgl. Joachim v. Roy, Berichtigungen zur Genealogie der schlesischen Herren von Schlichting, in: Genealogie, Bd. XXV, Neustadt a.d. Aisch 2000, S. 144-150.«

Joachim von Roy, 2. 9. 2012


New Wapenbuch 1605

Seite 64, Nr. 5

Genealogisch-Historisches Adels-Lexicon

1. Teil, Spalten 2096, 2098, 2099

Hellbach's Adels-Lexikon

II, 410

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser

1853-1941

Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon

VIII, 204

Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meissnischen Adels

Seite 291

Jahrbuch des Deutschen Adels

III, 395

Genealogisches Handbuch des Adels

Bände 16, 29, 30, 125


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»von Schlichting und von Schlichting und Bukowiec.  Evangelisch. - Alter Schlesischer Adel; Polnische Anerkennung und Erneuerung des Adelstandes d. d. Petrikau 8. April 1567.  Wappen: a. (Stammwappen): In Silber ein schwarzes Hirschgeweih von zehn Enden, in dessen Krone eine schwarze Hirschstange von vier Enden ruht.  Auf dem Helme mit schwarz-silberner Decke drei Straußenfedern, eine silberne zwischen zwei schwarzen.  b. (1567): In Schwarz ein silbernes Hirschgeweih von zehn Enden, in dessen Krone eine silberne Hirschstange von vier Enden ruht, an der ein rothes Jagdhorn an goldener Kette hängt.  Auf dem schwarz-silbern bewulsteten Helme mit gleicher Decke drei schwarze Straußenfedern.

Die von Schlichting gehören zu den ältesten schlesischen Geschlechtern.  Sie breiteten sich frühzeitig auch in den jetzigen Provinzen Posen, Brandenburg, Preußen und Sachsen aus.  Gegenwärtig blüht nur noch der polnisch-schlesische Stamm in weiter Verzweigung.  Ambrosius und Philipp Schlichting, Brüder, erhielten von Sigismund August, König von Polen, s. d. Petrikau 8. April 1567 eine Anerkennung und Erneuerung des Adelstandes.  Samuel von Schlichting, auf Bukowiec &c., wurde von Kaiser Leopold I. s. d. Wien 24. Dezember 1694 in den Freiherrenstand des Königreichs Böhmen erhoben.  Seine Nachkommen starben vor ihm, so daß der Freiherrenstand mit ihm erlosch.  Doch bedienten sich des freiherrlichen Titels seine Erben auf Bukowiec und Schlichtingsheim.«  (S. 395, Jahrbuch des Deutschen Adels, 3. Band 1899)


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