von Roy


Siebmacher’s großes Wappenbuch

III, 2. Abt. Seite 337

Der Polnische Adel, General-Verzeichniss, 1900

II, 290

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser

1910-1931

Polska Encyklopedja Szlachecka

Band X 1938, Seite 286

Genealogisches Handbuch des Adels

Band 125


»Westpreußisches Adelsgeschlecht, das mit dem Calvinisten Anthonius von Roye am 3. Mai 1587 in der Stadtrepublik Danzig zuerst erscheint und dessen urkundlich gesicherte Stammreihe mit dem Anabaptisten Peter von Roy(e), * Elbing 1644, + Neugarten b. Danzig 6. Dez. 1698, Seidenhändler und Posamentenfabrikant auf Stadtgut Neugarten, beginnt.  Dessen Enkel Peter von Roy, * Danzig 12. Juni 1714, + Quadendorf  b. Danzig 28. Aug. 1773, Handelsherr und Bürgermeister auf dem „käuflich an sich gebrachten“ Rittergut Quadendorf, der eng mit dem in Danzig residierenden Erzbischof von Gnesen und Fürstprimas von Polen befreundet ist, erhält am 16. Aug. 1744 als „guter und getreuer Vasall“ des Kartäuserklosters St. Marien-Paradies einen „Lehnsbrief“ über das Klostergut Quadendorf. - Im Jahre 1841 bezeugt der greise Oberbürgermeister der - seit 1772 preußischen - Stadt Elbing, dass das Geschlecht v. Roy „namentlich im Jahre 1797, dem Normal-Jahr für West-Preußen, im Besitz des Adels gewesen ist und sich seit dem des adlichen Prädicats bedient hat“. - Am 18. Okt. 1861 wird den aus Elbing stammenden Brüdern Richard und Hermann von Roy, Besitzer der im Herzogtum Kujawien gelegenen Herrschaft Wierzbiczany, gegen ihren erklärten Willen der preußische Adel verliehen.  Beide Brüder remonstrieren gegen diese „Nobilitierung“: sie weisen die Ausfertigung eines „förmlichen“ Adelsdiploms zurück und lehnen die Führung des ihnen vom preußischen Heroldsamt zugedachten Wappens ab.

Das am 19. Juli 1683 in Danzig nachgewiesene Stammwappen des Geschlechts ist nicht überliefert.  In der Mitte des 18. Jahrhunderts führen einige Mitglieder des Geschlechts - in Anlehnung an das Wappen des polnischen Königshauses Wasa - das vor allem in Westpreußen verbreitete  polnische Stammwappen Trzy kłosy (= in Schwarz auf grünem Dreiberg drei goldene Ähren mit goldenen Halmen).  Im übrigen führt das Geschlecht seit dem frühen 18. Jahrhundert - unbeanstandet – das Wappen der 1772 erloschenen Herren  d e  R o y , Besitzer der im Fürstentum Neuenburg gelegenen Herrschaft Le Marais. - Das Ehepaar Joachim von Roy und Beate geb. von Schlichting führt seit 1965 das Wappen „Roy“ nebst dem Herzschild „Schlichting“ (als Anspruchswappen auf das Schlichting'sche Rittergut Rietschütz). - Der Familienverband der Herren v. Roy gab sich am 18. Januar 1918 eine Satzung.

Zu Unrecht führen den Namen von Roy die Nachfahren des Schleifers (1920) bzw. Zieglers (1925) Otto Oskar Roy, * Elisenbruch, Krs. Konitz, 27. Sept. 1894, ~ Friedrichsbruch, Krs. Konitz, 14. Okt. 1894, + Berlin-Gatow 2. Dez. 1934, der anlässlich seiner Hochzeit seinen - am 20. April 1920 vom Evang. Pfarramt Friedrichsbruch ausgefertigten - Taufschein in  „v. Roy“ verfälschte. -  Ebenfalls zu Unrecht führen den Namen von Roy die Nachfahren des Paul Johann Wilhelm Roy, Pferdeknecht (1911) in Lebehn, dessen Sohn Willi Karl Ernst Roy, * Lebehn, Krs. Randow, 21. Aug. 1911, ~ Lebehn 17. Sept. 1911, + Broitzem, Krs. Braunschweig, 12. Nov. 1963, am 4. September 1961 dem Standesamt Broitzem versicherte, dass er „von Roy“ heiße.

Vgl. Joachim v. Roy, Ursprung, Adelsstand und Wappen der westpreußischen Herren von Roy, in: Deutsches Familienarchiv, Bd. 105, Neustadt a.d. Aisch 1993, S. 33-63.«

Joachim von Roy, 2. 9. 2012

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»Roy.  Evangelisch. - Die Familie von Roy tritt seit Mitte des XVII. Jahrhunderts als mennonitisch in Danzig auf. - Preußischer Adelstand Königsberg i. Pr. 18. Okt. 1861 (für die Brüder Richard George, Herrn auf Wierzbiczany, und Hermann Jakob von Roy, Herrn auf Gonsk, Kr. Hohensalza). - W. (1861): Unter schwarzem, mit der preußischen Königskrone belegten Schildeshaupt geviert; 1 und 4 in Rot drei balkenweise gestellte fünfstrahlige silberne Sterne; 2 und 3 in Blau zwei verschränkte goldene Sparren, deren einer aufgerichtet, der andere gestürzt ist.  Auf dem gekrönten Helme mit rechts rot-silbernen, links blau-goldenen Decken drei Straußenfedern, eine schwarze zwischen einer roten und einer blauen, jede mit einem fünfstrahligen silbernen Sterne belegt.«  (S. 655, Gotha. Genealog. Taschenbuch der Briefadeligen Häuser, 4. Jg. 1910)


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