die von Morstein

(von Morstin)


»Patriziergeschlecht der Hansestadt Krakau, das mit Katharina Morrinstein, Witwe des Bartholomäus, und mit ihrem Sohn Bartholomäus Morrinstein in Krakau am 26. Oktober 1369 urkundlich zuerst erscheint.  Das Geschlecht ist nicht zu verwechseln mit den schwäbischen Freiherren v. Morstein, die im Wappen eine gekrönte Mohrin führten (vgl. Siebmachers Wappenbuch von 1605, Tafel 106). - Die urkundlich gesicherte Stammreihe des Geschlechts beginnt mit Georg Mornsteyn (* etwa 1360, + Krakau vor Juni 1423), Ältermann der Krakauer Kaufleute sowie Pächter des Gutes und des Bleibergwerkes Treben, zudem Mitglied des - ausschließlich mit deutschen Ratsherren besetzten - Rats der Stadt Krakau.

Georgs Enkel Georg Morsthein (* etwa 1450, + um 1500), der das bedeutende Amt des Erbvogts der Stadt Krakau bekleidet, erhält zu Krakau am 24. Oktober 1492 das polnische Indigenat mit dem Stammwappen „Leliwa“.  Dessen Vetter Stanislaus Morsthein (* …, + 1504), Ratsherr der Stadt Krakau, bekleidet das Amt des Erbvogts der Stadt Lublin.  Aus dessen Ehe mit der Krakauer Kaufherrentochter Ursula Bethmann stammt der Salzherr in Wieliczka Stanislaus Morsthein (* 1485, + 1553), welcher die bei Wieliczka gelegenen Güter Raciborsko und Pawlikowice erwirbt.  Er erscheint im Jahre 1519 mit dem Prädikat „nobilis“ als Angehöriger des polnischen Landadels.  Seine beiden Söhne Christoph Morstein (* 1522, + 1600), Besitzer der Güter Pawlikowice und Taszyce, und Florian Morstein (* 1530, + 1587), Salzherr in Wieliczka und Besitzer des Gutes Raciborsko, treten den socinianischen (auch: unitarischen, arianischen bzw. anti-trinitarischen) Gemeinden bei.

Christophs Enkel Sigismund Morstin (* …, + vor 1622) ist der Stammvater der gräflichen Linie des Geschlechts.  Seinen Nachfahren Ludwig Morstin (* 1782), Besitzer der bei Krakau gelegenen Güter Pławowice und Mniszów, und Philipp Morstin (* 1784), Herr auf Szreniawa, wird 1824 bestätigt, daß sie befugt sind, im Königreich Polen den Grafentitel zu führen.  Am 29. Juli 1915 erhält die gräfliche (katholische) Linie des Geschlechts eine österreichische Prävalierung des Grafentitels.

Christophs Enkel Severin von Morstein (* um 1604, + vor 1668), Herr auf Jankówka  b. Krakau und socinianischer Pfarrer, und Gabriel von Morstein (* um 1605, + Griesel b. Sternberg, Brandenburg, 1669 - „der alte Herr Morstein de Raciborsky“), werden im Königreich Polen wegen ihres Glaubens verfolgt.  Sie und ihre Kinder flüchten um 1660 - gemeinsam mit weiteren Glaubensbrüdern - nach Brandenburg, auch über Schlesien nach Ostpreußen, wo ihnen der Große Kurfürst eine neue Heimat anbietet.

Das Stammwappen „Leliwa“ zeigt im blauen Feld einen nach oben geöffneten goldenen Halbmond, der einen goldenen Stern einschließt; auf dem Helm mit blau-goldenen Decken  das Schildbild vor einem natürlichen Pfauenfedernstoß.

Vgl. Joachim v. Roy, Deus fortitudo mea - Zur Geschichte der Polnischen Brüder in Ostpreußen, in: Genealogie, Bd. XXIII, Neustadt a.d. Aisch 1997, S. 537-541.«

Joachim von Roy, 13. 9. 2012


Genealogisch-Historisches Adels-Lexicon

2. Teil, Spalten 743, 745

Siebmacher’s großes Wappenbuch

III, 2. Abt. Seite 270

Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon

VI, 357

Jahrbuch des Deutschen Adels

II, 587

Genealogisches Handbuch des Adels

Bände 94, 116, 121, 144


zurück