von Leipzig

(v. Leipziger)


New Wapenbuch 1605

Seite 156, Nr. 4

Theatrum Saxonicum 1608

I, 118

Genealogisch-Historisches Adels-Lexicon

1. Teil, Spalte 892

Geschlechts-, Namens- und Wappensagen des Adels dt. Nation

Seite 90

Jahrbuch des Deutschen Adels

II, 392

Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meissnischen Adels

Seite 153

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser

1900-1942

Genealogisches Handbuch des Adels

Bände 93, 97


»Leipzig.  Evangelisch. - Meißnischer Uradel, der sich nach der heutigen Stadt Leipzig nennt und mit Burtzlaus et Albertus de Lybz, nobiles, 1185 urkundlich (Geh. Staatsarchiv Dresden) zuerst erscheint.  Das Geschlecht teilte sich in zwei Linien, deren vermutlicher gemeinsamer Stammvater Kaspar von Lipczik, 1421 belehnt, 1424 tot, ist.  Die Namensform wechselte zwischen Lipzke, Lipzik, Leiptzk, Leibzcigk, Leiptzigk und Leipziger. - Preußische Genehmigung, den alten Geschlechtsnamen „von Leipzig“ wieder anzunehmen, Gjenner Föhrde 5. Juli 1905; sächsische Genehmigung Dresden 23. Dez. 1905, desgleichen für den Wildenauer Stamm 26. Febr. 1906. - W.: In Gold ein springender, an Stelle der Lunte mit 4 bis 6 abwechselnd silbernen und schwarzen Hahnenfedern besteckter roter Fuchs.  Auf dem Helme mit rot-goldenen Decken der Fuchs wachsend.«  (S. 289, Gotha. Genealog. Taschenbuch der Adeligen Häuser, Teil A, 41. Jg. 1942)

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»Leipziger.  Evangelisch. - Preußen (Sachsen und Brandenburg). - Alter Markmeißnischer Adel, der sich nach der heutigen Stadt Leipzig nennt und mit Burtzlaus et Albertus de Lybz 1185 urkundlich zuerst erwähnt wird. - W.: In Gold ein springender roter Fuchs, der statt des Schwanzes mit vier bis sechs abwechselnd silbernen und schwarzen Hahnenfedern besteckt ist.  Auf dem Helme mit rot-goldener Decke ein wachsender Fuchs wie im Schilde.«  (S. 542, Gotha. Genealog. Taschenbuch der Adeligen Häuser, 1. Jg. 1900)

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»Ob wol dieses adeliches Geschlechte, zweiffels ohne, älterer Ankunfft, jedoch wird dessen in Historien ehe nicht, denn vmb das Jahr Christi 1294. vnd in der einheimischen vnd schweren Dissension zwischen Alberto dem vnartigen Marggraffen von Meyssen, vnd seinen beyden Söhnen, Friderico vnd Ditzmanno, derogestalt gedacht, daß einer dieser Familia vnd Heinrich von Leipzig, sonsten der Schwartzbürger, auch Sterner genandt, bey ermeltem Friderico, seiner Freudigkeit vnd sonderer Manheit wegen, in Gnaden, vnd dessen Heuptmann vber ein Fehnlein Fußvolck gewesen, sich auch also tapffer neben seinen Soldaten verhalten, daß er dessen ärgesten Feind, vnd Fürst Eberharden von Anhalt, bey nächtlicher weile ins Lager bey Dommitzsch gefallen, vnd solchem den Schlaff aus den Augen gewischt, dergestalt, daß fast Herr vnd Knecht drüber auffgangen, also dadurch dem andern Kriegsvolck Thür vnd Thor zur Schantz geöffnet, die denn gemelten Leipzig, sampt seinen Soldaten trewlichen vnd in eile beygesprungen, nachgedruckt, den Fürsten aus der Schantze geschlagen, vnd zur Schlacht gereitzet, daß damals der Feinde vber vier tausent auff der Wahlstat geblieben, die andern neben dem Fürsten, in die Flucht getrieben worden, denen Heinrich von Leipzigk also strenge zugesetzt, vnd vmbgetrieben, daß er auch den Fürsten zu Hafften gebracht, vnd solchen dem Marggraffen vberantwortet.

Wegen solcher künen, manlichen That dieser Heinrich von Leipzigk vom Fürsten also begnadet, daß er zum Ritter geschlagen, vnd jhm ein newes Wapen, darinnen ein springender Fuchs vffm Schwantz, mit etlichen Hanfedern besteckt, Zweiffels ohne darumb gegeben, daß er als ein listiger Fuchs, sich in die Schantze geschleifft, vnd darauff als ein freudiger Han, Leib vnd Leben gewaget, auch mit einem Landgut, hart bey Leipzig gelegen versehen.

Von diesem an diß Geschlecht jederzeit berühmbter worden, Denn ferner gelesen wird, daß dieser Heinrich von Leipzig drei Söhne, Heinrich, Friederich vnd Dieterich, alles manliche Helden, verlassen, vnd daß der elteste Schlosheuptmann der Festung Pleissenburg in Leipzig langezeit.  Vnd

Anno 1414. Johann von Leipzigk mit Churfürst Rudolffen von Anhalt, zu Costnitz vffm Concilio gewesen.

Anno 1486. ist aus dieser Familia Herr Christoff von Leipzigk, Churfürst Ernesti, vnd seines Sohns, Friderici Tertij Raht, vnd Landvoigt der Chur Sachsen, dermassen berühmbt gemacht, daß er mit beyden zu Rom vnd Hierusalem gewesen, vnd damals den Ritterstand erworben, sonsten ein ansehnlicher, weltweiser vnd bescheidener Mann, vnd welcher in etlichen Legationibus gebrauchet, auch von beyden Fürsten hoch respectiret worden, welche jhn auch mit dem Ländlein Beerwalde, so die von Leipzig noch vnter sich haben, begnadet.

Von seinem Weibe, einer von Plato drey Söhne, Albrecht, Georgen, vnd Christoff, verlassen, so den Stam biß zu vnserer Zeit erhalten, Denn obwohl George von derer von Rochaw, so man die güldene Fraw, wegen jhres prechtigen Wesens, genennet, keine Erben verlassen, hat doch Albrecht der elteste, als auch Christoff, von beyden Theilen Erben verlassen, vnd Albrecht vff Ostro, Christoff aber vff Beerwalde sich vertheilen lassen.

Als aber endlichen das Haus Ostro abgestorben, vnd verkaufft, haben sich derer Erben allerdinge nach Beerwalde, Wildenaw, Freywalde, Wippersdorff, als auch Tzwetaw vnd Wehsenig, so zwar eine andere Linea ist, gewendet.

Dieser Stam hat sich zu vnserer Zeit weit extendirt, vnd in der Zweter Linea, George von Leipzigk seiner Frömmikeit vnd gottseligen Wandels, als auch Bescheidenheit vnd Erfahrung wegen wolberühmbt, dann er etliche Jahr Churfürstlicher Hoffrichter vnd Landraht gewesen.

Von seinem Weibe, einer von Holdaw drey Söhne, Christoff, Heinrich, vnd Hans George, jetzo vff Zwetta verlassen.

Wolff von Leipzig vff Wessenig aber Churfürstlicher Sächsischer Oberforstmeister, von derer von Zerbstin sechs Söhne:

Balthasar, so meuchlingen erschossen.

Heinrich jetziger Churfürstlicher Sächsischer Heuptmann der Empter Torgaw vnd Liebenwerdaw, ein bescheidener gelerter Mann, vnd guter Orator.

Anshelm ritterlichen in Vngern geblieben.

Albrecht ingleichem sich daselbst brauchen lassen.

Wolff vnd George noch vnuerehlicht.

Jngleichem Ernst vff Beerwalde vnd Wildena, Churfürstlicher Assessor im Hoffgericht Wittenberg, von der von Angern vier Söhne, Albrecht, Christoff, Hans Ernst, vnd Anshelm.

So wol George zu Wippersdorff zween Söhne, Christoff vnd Jochim, vnd der elter hinwieder zween.  George Ernst, vnd Christoph Joachim, als auch der jüngste vnd Joachim einen, vnnd Christoff Albrecht verlassen.

Daß also diese adeliche Familia jetziger Zeit sich wol extendirt, Der Allmechtige vermehre solches, zu seines Namens Ehren.«  (p. 118, Theatrum Saxonicum, 1. Theil, 1608)


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