von Hundt und Alten-Grottkau


New Wapenbuch 1605

Seite 50, Nr. 4

Genealogische Adels-Historie

2. Teil, Seite 561-586

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser

1859-1940

Geschlechts-, Namens- und Wappensagen des Adels dt. Nation

Seite 69

Genealogisches Handbuch des Adels

Bände 21, 74, 102, 136


»Hundt und Alten-Grottkau.  Evangelisch. - Schlesischer Uradel, der mit Nikolaus Hunt (Canis) 1316-42 urkundlich (Regesten zur Schles. Gesch. Nr. 3617, 3847, 4863 usw.) unter den herzoglichen Vasallen auftritt und bereits 1473 auf Alten-Grottkau erscheint. - Böhmischer alter Freiherr Laxenburg 18. Mai 1726 (für Franz Friedrich von Hundt und Alt-Grottkau, Bischöfl. breslauischen Regierungsrat in Neyß und Hauptmann in Johannesberg). - W. (Stammwappen): In Blau ein golden-behalsbandeter silberner Hund.  Aus dem gekrönten Helme mit blau-silbernen Decken 9 rote Nelken an ihren grünen Stielen wachsend.«  (S. 281, Gotha. Genealog. Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, Teil A, 90. Jg. 1940)

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»Hundt und Alten-Grottkau.  Jn Preuß.-Schlesien. - W.: In Blau ein gehender silberner Hund mit goldenem Halsband.  Freiherrenkrone.  Aus dem gekrönten Helm mit blausilbernen Decken wachsen neun rothe Nelken an grünen Stielen hervor.

Das Geschlecht derer von Hund (Hundt, Hunt, Hunth) ist (nach Bucell. Stemmatograph. German. part. et oper. 2, fol. 54 und 363 ff.) gleichen Ursprungs mit den Fürsten von Scala zu Verona und den Herzögen zu Braunschweig-Lüneburg.  Diese Geschlechter stammen insgesammt von den Welfen oder Guelphen ab, deren Stammältern Jsenbardus Graf von Ravensburg und Jrmentrud, eine Schwester der Hildegard, Gemahlin Karl’s des Großen, waren.  Das Wort „Welf“ bezeichnet in altdeutscher Sprache einen jungen Hund.

Um das Jahr 1300 war das Haus Hund schon so zahlreich vertreten, daß sich dasselbe auf dem Geschlechtstage, welchen die Familie 1312 zu Regensburg hielt, in neun besondere Linien theilte, worauf die neun Nelken des Wappens Bezug haben dürften, wenn man dieselben nicht auf die Fabel vom Ursprung des Geschlechts der Welfen oder Guelphen beziehen will*).  Auf jenem Geschlechtstage nahm jede dieser neun Linien noch einen besonderen Namen von einer ihrer Besitzungen an, und so entstanden die Familien der Hund und Alten-Grottkau, H. und Holtzhaußen oder Holtzhußen, H. und Lauterbach, H. und Saulheim, H. und Wenckheim zum Altenstein &c.  Otto Heinrich von Hund, verm. mit einer geb. Freiin von Waldstein, nahm damals den Beinamen „Alten-Grottkau“ von einem im Kreise Grottkau in Schlesien gelegenen Gute an und wurde der Stammvater der gleichnamigen Linie, welche im Laufe der Zeit hauptsächlich in Schlesien, in der Lausitz und in Sachsen angesessen war.  Die anderen Linien dagegen hatten im übrigen Deutschland, auch in Jtalien, wo sie sich „Canis“, und in England, wo sie sich „Hundston“ nannten, ihre Wohnsitze.

Hildebrand Rudolf von Hund und Alten-Grottkau auf Rausche, Wirrwitz &c. wurde im Jahre 1716 vom Kaiser Karl VI. mit seinen nächsten Agnaten in den Reichsfreiherrenstand erhoben.  Die gegenwärtig in Schlesien vorhandenen beiden Linien, von welchen die zweite im Mannesstamme erloschen ist, gründete Franz Friedrich von Hund und Alten-Grottkau, verm. mit Hedwig geb. von Rottenberg.

*) S. hierüber „Historisch-herald. Handbuch zum genealogischen Taschenbuch der gräfl. Häuser“, S. 363.«  (S. 337, Gotha. genealog. Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, 9. Jg. 1859)


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