vom Hagen

Stammsitz Rüdigershagen, sö. Leinefelde


New Wapenbuch 1605

Seiten 144, Nr. 13, 149, Nr. 13

Theatrum Saxonicum 1608

I, 314

Hellbachs Adels-Lexikon

Seite 492

Siebmacher’s großes Wappenbuch

III, 1. Abt. Seite 10; VII, 2. Abt. Seite 30

Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon

IV, 140

Die Rittermatrikeln des Herzogthums Magdeburg, 1860

Seite 44

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser

1904-1940

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser

1910-1922

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser

1829-1942

Genealogisches Handbuch des Adels

Bände 2, 5, 18, 47, 77


»vom Hagen.  Im eigenen Stamme erloschen.  Evangelisch. - Eichsfeldischer Uradel mit dem Stammhause (obere und niedere) Burg zu dem Hagen (Hain, das jetzige Rüdigershagen im Eichsfeld), der mit den Rittern Hermann, Rüdigers Sohn, und Günther vom Hagen (de indagine) 1266, bzw. 1228 urkundlich zuerst erscheint und dessen Stammreihe mit Hans, + 1549, Herrn auf Deuna, beginnt; preuß. Anerkennung des Freiherrenstandes durch Min.-Reskr. vom 2. Juni 1826.«  (S. 296, Gotha. Genealog. Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, 60. Jg. 1910)

#

»vom Hagen.  Evangelisch. - Preußen (Provinz Sachsen). - Eichsfeldischer Uradel mit dem Stammhause (obere und niedere) Burg zu dem Hagen (Hain, das jetzige Rüdigershagen im Eichsfeld), der mit den Rittern Hermann, Rüdigers Sohn, und Günther vom Hagen (de indagine) 1266 bzw. 1228 urkundlich zuerst erwähnt wird. - Stammwappen: In Silber zwei schwarze Angelhaken; später trat das gespaltene Wappen einer anderen gleichnamigen Familie hinzu, seitdem: Zweimal gespalten; rechts in Blau eine silberne Schafschere, in der Mitte in Gold drei schwarze Balken, links das Stammwappen.  2 Helme: vorn ein offener, goldener Flug, belegt mit drei schwarzen Balken, hinten ein offener silbern-schwarzer Flug.«  (S. 289, Gotha. Genealog. Taschenbuch der Adeligen Häuser, 5. Jg. 1904)

#

»Derer von Hagen vhraltes adeliches Geschlecht, ist sächsischer Ankunfft, auch jederzeit in Sachsen berühmbt, vnd seshafftig gewesen, jetzt aber zum theil in Thüringen zu Duhna vnnd Alten Göttern gesessen, so sich die von Hain schreiben thun, ist aber eines Stammes, Geschlechts vnd Wapens, vnd allein der Name corrumpirt.  Des Eltesten dieser Familien wird beym Crantio vmb das Jahr Christi 530. Hatvvigastus oder Hattgothus von Hain in seiner Saxonia lib. 1. cap. 28. genant 7 vnd dergestalt angezogen, daß er ein thetiger rittermessiger Held, vnd bey den Sachsen allbereit damals in grossem Ansehen gewesen, denselben als einen Kriegsobersten wider Herman Fridum in Thüringen König gedienet, vnd sondere Thaten verrichtet, sol die Hainerburg vor Mülhausen gebawet, vnd erstlichen bewohnet haben, so nach langen Jahren hernacher derer von Hagen Erbstamhaus gewesen.

Bey Keyser Otten dem Ersten, wird auch einer dieses Geschlechts vnnd Anno 936. wie Ditmarus Merseburgensis dauon annotirt, so aber mit dem Tauffnamen nicht angezogen, vnnd blos Ritter Hagen genennet, vnd dergestalt berühmbt wird, daß er sich vor einen Kriegsobersten bestellen, vnd des Keysers Feinde, als Pfaltzgraff Eberharden am Rhein, Hertzog Wichman von Sachsen, auch Volckmar des Keysers Bruder durch seine Mannheit dempffen, schlagen, vnd den Ritterstand dagegen in praemium navatae militiae erworben.

Jngleichen vnd fast zu einer Zeit, wird auch einer von Hagen scriptis celebrirt, so von dem Ertzbischoff zu Mentz Friderico auff ein Haus Tromona in Thüringen, sampt etlichen Soldaten, als ein Heuptman verordnet, dasselbe vor mennigliches Anlauffen zu erhalten, so aber durch Kriegesgewalt vnnd der Bürger der Stad Vntrew endlichen Heinrico Hertzogen in Beyern, des Keysers Brudern, so es belagert, auffgegeben, jedoch der Heuptman wegen seiner Trew sicher vnd frey passieret worden.

Jm Thurnierbuch vnd Anno 968. wird auch einer, vnd Thoringk von Hagen rühmlich angezogen, daß er neben Herrn Lenhard von der Warthe, Rittern, einem Beyer, Herr Burckhard von Arraß einem Francken, vnd Herr Vlrich von Fronsberg, einem Schwaben, zwischen den Seilen gestanden, vnnd zweiffels ohn Iudicirer, auch Marggraffen Riddachi von Meissen, so damals den Thurnier zu Merseburg gehalten, vornehmer Raht gewesen, So wird auch im 13. Thurnier Ernstens, als auch im 18. Ludowig von Hagens gedacht.

Jn des Beringii Thüringischer Chronica wird vmbs Jahr Christi 1280. einer Fehden gedacht, so das Geschlechte die von Hagen, mit der Stadt Mülhausen, wegen etlicher Grentzjrrungen, vnnd daß die von Hagen etliche der Stadt Widerwertige auff jhren Heusern, nahe an der Stad gelegen, auffenthalten, vnd der Stadt grossen Widerwillen bewiesen, gehauset gehabt, mit welchen es dann so weit kommen, daß die Stadt derselben Heuser belagert, eröbert, zerschleifft, vnnd die von Hagen, aller örter angefeindet, das Geschlechte aber dabey nicht stille gesessen, besondern der Stadt ingleichen mercklichen Schaden zugefüget, vnd endlichen diese Fehde, da ein Theil dem andern starck gnugsam gewachsen, so ferne gerahten, daß sich die benachbarten Fürsten, vnnd Städte drein schlagen, vnd ins Mittel greiffen müssen, vnd so ferne abgehandelt, daß die Stadt denen von Hagen Abtrag thun, vnnd jhnen jhre Güter nach billicher Werth vnnd Erkentnis bezahlen müssen, von da sich dann hernacher die von Hagen ins Eichsfeld niedergelassen, Jn dem Vortragsbrieffe werden sonderlichen Diderich vnnd Heinirch Gebrüdere, dann Heinrich vnd Günther, Vater vnd Sohn, angezogen, denen die Mülhäuser wegen jhres desolirten Hauses Heynerburg, Abtrag vnd Abweisunge gethan.

Der letzte vnd Günther, einen Sohn vnd Heinrichen hinwieder vmb das Jahr Christi 1376. verlassen, so bey Landgraff Friedrichen, dem Ernsten genant, in sondern Gnaden, vnnd dessen Kriegsheuptmann wider den stoltzen Apt von Fulda, vnd Hertzog Albrecht von Braunschweig, so das Thüringerland vberfallen, vnd dieselben ritterlichen aussm Felde schlagen helffen, gewesen.  Dessen Sohn Rudiger das Haus Alten Göttern an diese Familiam gebracht, so hinwieder zween Söhne, Heinrich vnd Kersten, so sich auff solchen Rittersitz vertheilet, gelassen, Jedoch Kersten den Kriegen nachgezogen, wie er sich dann in der einheimischen Dissension zwischen Churfürst Friedrichen vnd Hertzog Wilhelm von Sachsen, Gebrüdere, Anno 1445. gebrauchen, vnnd Hertzog Wilhelm, als seinem Landesfürsten, trewlichen beygepflichtet, jedoch damals wegen der Burgundischen Abgesanten Niederlage, zu viel seinem Schwager Appel von Vitzdomb, dessen Schwester er gehabt, nachgeamet vnd beygeleget, daß er drüber neben jhm in des Herrn Vngnaden kommen, vnd mit demselben ins Elend getrieben worden, hernacher aber wiederumb ausgesühnet, vnd zu seinen Gütern gelassen, jedoch damals mit denen von Erffurdt abermals vber einen Fus gespannen, dann als die Stadt das Haus Waesenburg, der von Vitzdomb verpfenter Sitz, dem von Hagen, jhres Abwesens eingethan, vnbillicher weise feindlichen angefallen, eingenommen, eröbert, vnd den von Hagen mit den seinen abgetrieben, hat er sich solcher vnbillichen Gewalt bey der Landesfürstlichen Obrigkeit zum höchsten beklaget, vnd vmb Abtrag gebeten.  Als aber die von Erffurdt sich in keinem Fall einlassen wollen, ist er denselben feind worden, vnd jhn allen Widerwillen bewiesen, die dann hinwieder jhn verfolget, vnd endlichen gefangen bekommen, auch in die 15. jar enthalten, vnd endlich auff schwere Conditiones mit verzeihung seiner Güter vnd Ansprachs los gelassen.

Dieser Kersten von Hagen einen Sohn vnnd Christoff verlassen, so zum Studieren gehalten, vnd zu Bononia Doctor Iuris worden, ein vortrefflicher gelerter Mann, vnd Ertzbischoff Ernsten zu Magdeburg gebornen Fürsten von Sachsen Raht vnd Hoffmeister.  dieser Christoff von Hagen in fürnemen Legationib. nach Rom vnd andere örter von seinem Herrn verschicket, vnd sonst in wichtigen Sachen gebraucht worden, inmassen jm dieses Lob zugelegt, daß er ein sonderer Beförderer gewesen, vnd bey seinem Herrn, als auch Churfürst Friedrichen dem Dritten, mit Fleis angehalten, daß die Vniversitet Wittenberg Anno 1502. fundirt vnd angeleget, dann dieser weise Mann wol gesehen, was daraus diesen Landen vor ein grosses Heil vnnd Nutz zu gewarten, Jst auch mit seinem Herrn dem Ertzbischoff Anno 1478. nach dem Heiligen Lande gezogen, vnd daselbst zum Ritter geschlagen, auch in der Wiederkunfft jhm wegen seiner trewen Dienste das Haus vnd die Herrschafft Hadmersleben, von dem Stifft Halberstadt auff 100. Jahr verschrieben, Einen Sohn vnd Adolphen verlassen, so ein guter Hauswirth gewesen, vnd seine Güter vmb ein statliches verbessert, Dieser hinwieder auch nur einen Sohn vnd Christoff von Hagen auff Hadmersleben, von der von Werttern aussm Hause Beichlingen erzeugt, ein sonderer Liebhaber göttliches Worts vnd derselben Diener, so auch den Studiis ingenuis zuhethan, inmassen er dann seinen Sohn fleissig zum Studieren halten lassen, derer er von der von Binaw aussm Hause Droißig achte verlassen, als Adolphen, Heinrich den eltern, so jung gestorben, Christoff, Wilhelm, Heinrich den jüngern, Rudolphen, Otten vnd Albrechten.

1.  Adolph das Gut Hadmersleben angenommen, hat aber darneben auch einen Kriegsman gegeben, vnd zween Züge in Franckreich vnd dem Niederlande gethan, Vom ersten Weibe vnnd der von Saalhausen aussm Hause Pensen, einen Sohn vnd Christoff gezeuget, so aber jung gestorben.  Vom andern vnnd Christoff von Los zu Pilnitz Tochter keine Erben, wie er dann den dritten Tag in der Hochzeit schwindes Todes gestorben.

2.  Christoff ingleichen sich in Franckreich vnnd Niederland gebrauchen lassen, vnd zu Quedlinburg verstorben.

3.  Wilhelm hat wol studiert gehabt, vnnd die Vniversiteten Leipzig, Wittenberg vnd Läuen besucht, endlichen auch zur Seefahrt einen Kriegsmann geben, vnnd Leutenampts Befehlich verdienet, zu Läuen Peste verstorben.

4.  Heinrich an Churfürsten Augusti Hoff mit dem jungen Herren Christiano studiert, hernacher dessen junger Herrschafft Hoffmeister worden, zu Pretzsch verstoben.

5.  Rudolph in Franckreich böslichen durch einen Hinterhalt vmb sein Leben kommen.

6.  Otto in der Jugend am Dänischen Hoff erzogen, jetzo nach am Leben, hat von der Schwaichholden einen Sohn, vnnd Christoff jetzo zu Quedlinburg.

7.  Abraham in seinem blühenden Alter mit Tode abgangen.

Aus diesem adelichen Geschlechte wird auch in Scriptis der hochgelarte Mann, so sich Ioannes de Indagine geschrieben, vnd in allen Facultatibus fast excellens gewesen, inmassen auch Herr Bernhard von Hagen Cölnischer Raht, vnd beyde vmb das Jahr Christi 1460. florirt, sehr berühmbt.

Folget nun Heinrichs Linea, so auch Kerstens Sohn gewesen, Dieser auff alten Göttern gewohnet, vnnd nur einen Sohn Kersten oder Christian, welcher hinwieder vier Söhne, Heinrich, Kersten, Friederich vnnd Görgen verlassen, vnter denen Kersten einen Sohn, vnd Rudiger, dieser hinwieder von der von Schlotheim drey Söhne, Hans Ernst, Eitel Jost, vnd Bernd Wilhelm, Dieser hinwieder von der von Berlebsch einen vnd Heinirch Sittich, Friederich aber auch einen Sohn, vnd Kersten erzeuget.

Aus diesem Stam sind auch die Hagen von Duhna am Eichsfeld, vnd Christoff von Hagen dergestalt celebrirt, daß er ein sonderer Fautor literatorum vnd guter Lutheraner gewesen, vnd 1000. Gülden zum Verlag der Edition Operum Lutheri dargesatzt, Hat fünff Söhne, Hans, Christoff, Melchior, Otto vnd Kersten, jetzo auff Bleicherode in der Gebra hinderlassen.  Vnd hieruon gnug.«  (p. 314, Theatrum Saxonicum, 1. Theil, 1608)


zurück