von Amsdorff +

(v. Amelungsdorf)


Genealogisch-Historisches Adels-Lexicon

2. Teil, Spalte 25

Hellbachs Adels-Lexikon

Seite 67

Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon

I, 73

Vasallen-Geschlechter der Markgrafen zu Meißen bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts

Seite 6


»Amsdorff, Amsdorf.  Altes, erloschenes, meissnisches Adelsgeschlecht, welches sich früher auch Amelungsdorff schrieb und später mit Gross-Zschepa bei Wurzen angesessen war.  Thilo v. Amelungsdorff, welcher im Schilde einen nach der rechten Seite springenden Steinbock führte, kommt 1302 in einer auf dem Schlosse Saleck ausgestellten Urkunde des Klosters Pforte vor.  Aus diesem Geschlechte stammte der als Theolog zu seiner Zeit berühmte, 1542 zum ersten protestantischen Bischof von Naumburg erwählte, 1565 als herz. sächs. Kirchenrath zu Eisenach verstorbene Nicolaus v. Amsdorff, der treue Freund Luthers.  Derselbe führte als Bischof zu Naumburg einen gevierten Schild: 1 und 4 Hochstift Naumburg, 2 und 3 ein springender Steinbock, ganz wie oben bei Thilo v. Amelungsdorff angegeben wurde.  Der Bruder des Nicolaus v. Amsdorff, Bartel v. A., setzte den Stamm durch zwei Söhne fort und Einige nehmen an, dass mit diesen Beiden der Stamm erloschen sei, doch hat derselbe noch bis zu Ende des 17. Jahrh. geblüht, denn 1694 lebte noch Hans Christoph v. A., mit dem das Geschlecht wohl bald nachher erloschen ist.«  (S. 73, Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, 1. Band, 1859)

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»Amsdorff,  Eine adeliche Familie in Meissen, allwo sie im Stiffte Wurtzen Großzschepe besessen, worauf der berühmte Theologus, ein grosser Freund Lutheri, und vom Chur-Fürsten zu Sachsen Anno 1542 gesetzter Bischoff zu Naumburg, Nicolaus von Amsdorff, (der hernach Julio Pflugen weichen müssen,) gebohren worden, siehe dessen Leben im Lexico der Gelehrten, und in Seckendorffs Hist. Lutheranismi P. III 96 n. 13, woselbst auch gemeldet wird, daß schon damals dieses Geschlecht im Abnehmen gestanden.  Seines Bruders Bartels 2 Söhne haben dessen Bischöfflicher Einweihung mit beygewohnet, und weil nachgehends in den Meisnischen Geschichten gar nichts weiter von dieser Familie aufgezeichnet zu finden, als scheinet, daß sie mit gedachten 2 Söhnen Bartels, ihre Endschafft erreichet haben möge.  MSt.«  (p. 25, Genealogisch-Historisches Adels-Lexicon, 1740)


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